MAmina in braun

Lieblings-Shirt mit Stickerei

Diese Tunika nach dem Schnitt MAmina von ki-ba-doo ist ein UFO, das endlich gut wurde. Seit sie allerdings fertig ist, sieht die Tunika den Kleiderschrank kaum mehr von innen, denn kaum ist sie frisch gewaschen, wird sie sofort wieder angezogen.

Die Tunika ist ein für mich ganz besonderes Stück geworden, deshalb habe ich extra auf den MeMadeMittwoch (MMM) gewartet um sie zu zeigen, weil der MMM seit Januar nur mehr ein Mal im Monat stattfindet. Schade, aber wenigstens gibt es ihn noch, denn bei dieser Linkparty gibt es immer ganz besondere Schnitte und Kleidungsstücke zu bewundern.

Der Schnitt und die Anleitung

Der Schnitt MAmina von ki-ba-doo ist eigentlich auf Webware ausgerichtet. Die Tunika hat eine leichte A-Linie, und durch die Kräuselung an der vorderen Passe fällt das Shirt luftig über jegliches Bäuchlein. Von einem dunkelbraunen Jersey hatte ich genügend für mehrere Basic-Shirts vorrätig, bei nadisnaa hatte ich schon vor längerer Zeit eine MAmina aus dunkelbraunem Jersey gesehen und abgespeichert. Die MAmina sieht auch aus hellem Leinen sehr schön aus, das habe ich mal bei Beatrix vom Erbsenblog auf einem Nähtreffen gesehen, aber leider finde ich jetzt keinen Bericht dazu, oder vielleicht hat sie auch keinen gepostet.

Das Nähen der Biesen (–> Stoffspielerei im Januar) im Jersey ging problemlos, und sogar beim Versäubern des Ausschnittes mit einem selbst gefertigten Schrägstreifen hat meine Maschine gar nicht gezickt. Trotzdem hatte ich Probleme, denn die Anleitung ist zwar von den Schritten her plausibel, aber die Abbildungen haben zu wenig Kontrast. Wenn man sie noch dazu nur schwarz-weiß ausgedruckt beim Nähtreffen dabei hat (wie ich), kann man nicht erkennen, wie viel die Knopfleiste überlappen soll und wie viel man dazu passend die Weite des unteren Vorderteils einkräuseln soll. So kam es, dass ich meinen äußerst exakt und schön genähten Ausschnitt noch einmal auftrennen musste (schnief!). Und dass das Shirt einige Zeit liegen musste, weil ich mich so über das Auftrennen geärgert habe.

Die Entstehung

Das Shirt entstand zum Großteil an zwei Näh-Nachmittagen bei meiner Bekannten Heike: eine ganz kleine Runde, sehr nette Gesellschaft, nur ein paar Frauen mit ihren Nähmaschinen. Beim ersten Treffen im letzten Sommer habe ich genäht (dazwischen zu Hause aufgetrennt), beim zweiten dann vor einigen Wochen gestickt. (Danke Heike für die Inspiration!)

(Am Bild links oben sind die Orientierungslinien für die Stickerei mit großen Vorstichen markiert, da die Markierung mit Schneiderkreide sofort verwischt ist. Diese Orientierungslinien habe ich später wieder entfernt.)

Das Motiv habe ich in Mary Corbet’s Stitch Sampler Alphabet gefunden. In dieser Sammlung von Monogrammen gibt es auch einen sehr ausführlichen und klar bebilderten Abschnitt über die einzelnen Stiche. Dort erklärt Mary ausführlich den „feather stitch“ (Federstich), der die olivgrüne Grundlage bildet. Dazu kamen rostrote Knötchenstiche und hellgelbe gerade Stiche. Ich mag die Stickerei so sehr, die ist echt schön geworden. (Eigenlob stimmt!) Sie gibt dem Stück – anders als zum Beispiel der Kreuzstich es tun würde – auch eine Dreidimensionalität, die ich total gern mag. Das kleine Bisschen Stickerei hat mehr Zeit gebraucht hat als das ganze restliche Shirt, aber es hat sich gelohnt.

Passform und Änderungen

Die Passform der Tunika ist für mich ungewohnt: Ich trage normalerweise eher enge, körperbetonte Shirts, und so flattert dieses etwas an mir herum, sowohl um die Mitte als auch die Ärmel. Weil ich es aus dehnbarem Jersey gearbeitet habe, habe ich von vorneherein eine Größe kleiner (hier die Größe 36) gewählt. Aber an den Schultern ist die Tunika trotzdem noch eine Spur zu breit, sie hätte auch am Körper ein wenig enger sein können. Ich hatte vorher noch keine ki-ba-doo Schnitte genäht und muss einfach erst herausfinden, welche Größe für mich am besten geeignet ist.

Der Ausschnitt könnte mit einem Bindeband oder mit Knöpfen geschlossen werden. Beides hätte ich zusätzlich zur Stickerei zu viel gefunden, aber ganz ohne Verschluss klafft mir der Ausschnitt zu viel, außerdem hätte man die Rückseite der Stickerei gesehen (oder ich hätte sie noch irgendwie abdecken müssen). Also habe ich den Schlitz einfach an zwei Stellen mit kleinen Stichen fixiert.

Die Ärmel waren mir auch ein bisschen zu flatterig, die habe ich mit einem Stück dünnem Gummiband im Saum gebändigt.

Aber insgesamt fühle ich mich sehr wohl in dieser Tunika. Die Farbe, die detailverliebte Stickerei – total meins. Sie passt natürlich großartig in mein Farbkonzept und lässt sich wunderbar mit meinen Lieblingstüchern kombinieren, die vor allem im Winter unverzichtbar sind.

UND ein weiteres Plus: Vor einiger Zeit habe ich meine Bekannte Heike (eine andere als die Heike oben), die unglaublich schöne Zwirnknöpfe herstellt, gebeten, mir ein paar Anhänger und Ohrstecker als Schmuck anzufertigen, in den Farben, die die Basis meiner Garderobe bilden. Wie es der Zufall so will (natürlich kein Zufall, sondern eben Farbkonzept!) passen diese Schmuckstücke jetzt auch ganz wunderbar zur Bluse, und je nach Stimmung kann ich das eine oder andere Set dazu kombinieren. Großartig!
(Der große gelbe Knopf ist aus Wien von Feiner Faden, alle anderen sind von Heike alias Ringlotte – und alles miteinander selbst bezahlt.)

Es freut sich eine zufriedene Gabi (zufrieden mit der Tunika, mit den Kombinationsmöglichkeiten und mit dem Gesamtkonzept), die jetzt bei den anderen MMM-Teilnehmerinnen gustieren geht, was dort so gewerkelt wurde. Und dann einen langen Monat lang auf den nächsten MMM wartet.

Das ist drin

  • Schnitt/ Anleitung: MAmina von ki-ba-doo (Schnitt selbst gekauft um € 6,90) in Größe 36. Die Vorlage für das Stickmuster stammt aus Mary Corbet’s Stitch Sampler Alphabet (E-Book selbst gekauft um $ 22,-)
  • Änderungen: Ausschnitt ohne Bindebänder oder Knöpfe, dafür mit zwei kleinen Stichen fixiert, sonst wäre es mir zu offenherzig. Dünner Gummi in den Ärmelbündchen.
  • Material: dunkelbrauner Bio-Jersey, gekauft in der Stoffwerkstatt in Graz vor zwei Jahren. Stickerei mit DMC und Anchor Mouliné-Garnen aus meinem Vorrat (Olivgrün = DMC 732, rostrot = Anchor 326, hellgelb = Anchor 293, wer’s genau wissen will)
  • Kosten: rund 15,- Euro für den Stoff
  • Werkzeug: Overlock, Nähmaschine, spitze Sticknadel
  • Arbeitszeit: Zuschneiden und Nähen ca. 5 Stunden (zuzüglich noch einmal auftrennen); Stickerei ca. 6 Stunden.
  • Fazit: Figurschmeichelnd. Werde ich sicher noch einmal aus Webware nähen.

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26 comments

  • Das ist eine wunderschöne Bluse. Der Schnitt ist schon toll, aber die Stickerei macht es wirklich zu einem ganz besonderen Stück!
    Stickzutaten liegen nun schon seit Monaten bei mir, aber ich habe noch nicht angefangen. ich sollte mir wohl mal einen Tritt geben.

    LG Nadi

  • augenstern-HD

    Liebe Gabi,
    WOW bravo, deine Bluse ist wunderschön geworden, schade nur das sie ein UFO war und du sie erst jetzt ausführen konntest. *Lach*, aber jetzt dafür jeden Tag!!! Eine richtig schöne Arbeit mit Stil!!
    *M*E*R*C*I* auch für die Verlinkung zur UFO Linkparty. ♥
    Einen schönen Sonntag und herzliche Grüße aus Heidelberg,
    Annette

    • Gerne! Ich hatte sie schon dazwischen im Kleiderschrank hängen, aber ohne Stickerei war sie mir irgendwie zu fad, und der Ausschnitt zu weit offen. Jetzt ist sie genau richtig. Dir danke ich fürs Hosten der Linkparty! lg, Gabi

  • Die Stickerei ist der Hammer. Das wertet die Tunika nochmal auf.
    Nach meinem Alabama Chanin Shirt hatte ich mir vorgenommen, mir öfter Zeit zur Veredelung meiner Sachen zu nehmen…na ja, bisher ist es nur bei dem Vorhaben geblieben 😉
    LG Luzie

    • Liebe Luzie, bei mir harren auch noch ein paar Stücke der Veredelung… Häufig kommen bei mir dringender benötigte Dinge dazwischen und ziehen den Projekten, die mehr Ausdauer und Muße benötigen, die Zeit ab. Aber in den ersten Monate des Jahres möchte ich diesen aufwändigeren Stücken mehr Aufmerksamkeit widmen. lg, Gabi

  • Schöne Idee mit der Stickerei. Der Faden als Markierungslinie hat mich erst etwas irritiert. Steht dir gut, viel Freude an der Bluse! Regina

    • Stimmt, ich werde das im Text noch ergänzen: Die Markierungslinie mit Schneiderkreide hat nicht gehalten, deshalb habe ich die Orientierungslinie mit einem Faden und großen Vorstichen markiert. lg, Gabi

  • Sehr, sehr fein geworden. Ich mag die Stickerei so sehr-und die Zwirnknöpfe sind einfach das Tüpfelchen am i

    • Gell, die Zwirnknöpfe sind großartig. Ich mach zwar gerne sehr viel selber, aber alles muss ich nicht immer selber machen, wenn andere das schon viel routinierter und schöner können als ich!

  • Liebe Gabi,
    das Oberteil find ich richtig toll. Die Stickerei macht so viel her und der Schnitt ist genial. Ich glaube aber, dass durch regelmäßiges Waschen die beiden Punkte, an denen Du den Schlitz festgenäht hast, immer mehr ausffallen werden. Vielleicht solltest Du es komplett zunähen. Kann man ja auch versteckt mit der Hand machen.
    Jedenfalls ist es schon ganz nah an Alabama Chanin dran. Vielleicht sogar etwas besser, weil der Stich so viel aufwändiger ist.

    LG Mareike

    • Liebe Mareike, schafsichtig wie immer. 😉 Ja, du hast Recht, an den beiden Befestigungspunkten ist schon jetzt, nach dem ersten Waschen, der Jersey leicht ausgeleiert, und ich hatte mir das auch schon überlegt: Den Schlitz bis auf die obersten zwei cm zu schließen, damit es noch ein ganz klein wenig oben offen bleiben kann. Alabama wird dieses Jahr noch Thema bei mir. Ich wollte eigentlich schon im letzen Jahr zwei Röcke, die ich nicht trage, zu einem zweilagigen umarbeiten, aber da diese Röcke Webware sind, würden die Ränder der Negativapplikation glaub ich zu sehr ausfransen. Also werde ich Jersey besorgen, vielleicht sogar Viskosejersey für noch weicheren Fall. Vielleicht ein Bahnenrock, vielleicht aber auch ein Halbkreisrock, jedenfalls handgenäht. Irgendwann diesen Sommer… lg, Gabi

  • Deine Bluse sieht sehr fein aus, liebe Gabi! Ich mag Deine Stickerei auch sehr – da ist alles stimmig.
    Die Knopfleiste wäre hier sicher auch als „verdeckte“ Knopfleiste gut (also die Knöpfe „unsichtbar“ eine Lage drunter). Dann wäre die Bluse am Ausschnitt zu und keine Knöpfe unsichtbar (nur so als Idee für die nächste Bluse…)
    Die Ki-Ba-Doo-Schnitte finde ich persönlich etwas groß und von der Passform eher oversized, daher war die Wahl der kleineren Größe sicher gut.
    Liebe Grüße
    Ines

    • Ja, bei Webware als verdeckte Knopfleiste, wenn zusätzlich Stickerei da ist, das kann ich mir gut vorstellen. Hier werde ich wohl eher die Knopfleiste bis auf die obersten zwei Zentimeter komplett schließen, und sie nicht nur an zwei Punkten befestigen. Mit dem Jersey hätte ich noch eine Größe kleiner gehen können, aber ich glaube wenn ich die Bluse in Webware nähe, probiere ich es noch einmal mit Größe 36. Oder lieber gleich 34, wenn du sagst, dass die Passform generell eher oversized ist? Vielleicht nähe ich tatsächlich mal ein Probeteil (mach ich sonst nie). lg, Gabi

  • Sehr schön das du den Schnitt nicht nur so sauber genäht hinbekommen hast, sondern auch noch so geschickt angepasst hast. Die Stickerei ist bezaubernd! Liebe Grüße Ingrid

  • Wundervoll – die Stickerei an den Biesen ist wirklich etwas ganz besonders, gefällt mir sehr gut! LG Kuestensocke

  • Ein tolles Gesamtkunstwerk! Fein, dass dein farbkonzept so wunderbar aufgeht, jedes für sich toll, zusammen eine Wucht!!!!

  • Ui, was für ein schönes Stück. Mir gefällt die Stickerei unheimlich gut!

    Liebe Grüße
    Sabrina

  • Silvia

    Sehr schön Gabi! Toller Schnitt 🙂

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