Flip-Flop Socken

Gestrickte Tabi, oder: Wie ich zu meinen Froschfüßen gekommen bin

Am liebsten würde ich das ganze Jahr über zu Hause barfuß herumlaufen. Nur irgendwann in der Übergangszeit zum Winter beginnen meine Zecherl (österr.: liebevoll für „Zehen“) kalt zu werden. Damit ich meine Lieblings-Flip-Flops mit der isolierenden Gummisohle auch im Winter tragen kann, habe ich Flip-Flop-Socken gestrickt.

In Japan keine Unbekannten

In Japan heißen Zehensocken „Tabi“, sind ganz normal und werden genäht. Mein Bruder (erklärter Japan-Fan) hat von seiner Japan-Reise welche mitgebracht und dankenswerterweise ein paar Fotos zur Verfügung gestellt.

So genau hatte ich diese Socken beim ersten Mal, als er sie mir gezeigt hat, gar nicht angeschaut: Den Schnitt finde ich ja spannend! Die Sohle ist ein eigenes Schnitt-Teil, eine Naht verläuft zwischen den Zehen und über den Rist. Beim nächsten Besuch beim Bruder werde ich diese Socken genauer analysieren müssen.

Mir ist auch nicht klar, wie der Verschluss an der Rückseite genau funktioniert. Klettverschluss ist das keiner, oder? Also noch einmal: Den Bruder fragen.

Mein Schlapfen-Dilemma

Ich geb’s zu: Was meine Schlapfen (österr.: „Hausschuhe“) betrifft, bin ich eigen. Am liebsten ja ohne, aber wenn es am Boden zu kalt wird, müssen meine Füße bedeckt werden. Das muss sogar ich einsehen, die ich mir jahrelang von weiblichen Verwandten anhören durfte: „Ohne Patschen! Du wirst Dich verkühlen!“ Inzwischen bin ich selbst in dem Alter, wo ich meine Kinder anweise, Hausschuhe anzuziehen, sobald die Außentemperaturen sinken. 😂

(Zur spannenden Frage: „Dürfen zu Hause Straßenschuhe getragen werden?“ hat Susanne Schnatmeyer erst kürzlich Schuhe aus im #SalonEuropa geschrieben. Sehr interessant, auch die Kommentare zu ihrem Artikel: In welchen Ländern bzw. Regionen man die Schuhe im Haus anbehalten darf oder sogar soll! Aber ich schweife ab.)

In den letzten Wintern habe ich meist gekaufte ABS-Socken getragen, aber die Anti-Rutsch-Noppen lösen sich für meinen Geschmack viel zu schnell ab, und löchrig sind sie auch schon wieder alle, meine warmen Socken. Wenn ich sie stopfe, reißt sofort neben der gestopften Stelle wieder ein Loch auf. Sehr unbefriedigend.

ABS Rentier-Socken. Besitze ich auch in der Variante in schwarz mit Pinguingesicht.

Vor zweieinhalb Jahren habe ich mir Turnschuhe gehäkelt, aber das Häkelmuster hierfür ist ein totaler Reinfall, das muss ich im Rückblick leider so sagen. Definitiv keine Kaufempfehlung von mir. Meine Häkel-Turnschuhe waren weder hübsch noch praktisch, sie sind mir – trotz zahlreicher Anpassungen – ständig vom Fuß gerutscht. Ich habe sie beim letzten Umzug entsorgt.

Und dann habe ich mir dieses Jahr erst gegen Ende des Sommers neue Flip-Flops gekauft und befunden, dass so eine Gummisohle sich nicht nur am Strand gut macht, sondern auch gut gegen Bodenkälte isoliert. Wie sich eins zum anderen fügt, wurde aus all dem (Tabi, kalte Füße, Selbermachen und Flip-Flops als Sohle) die Idee zu meinen Flip-Flop-Socken geboren.

Es gibt zahlreiche Beispiele von Zehensocken im Netz, häufig mit einem eigenen Schlauch für jede einzelne Zehe, und auch die eine oder anderen Anleitung habe ich dafür gefunden. Aber die haben mir nicht gefallen bzw. finde ich die Einzel-Zehen-Socken zum Teil sogar regelrecht gruselig.

Ich hatte seit sicherlich 25 Jahren keine Socken mehr gestrickt. Aber so schwierig ist das ja nicht, vor allem sind Socken so ein schön schnelles Projekt. Diese grünen sind die Probe- und Test-Socken: Ein Bündchen im Rippenmuster, Elizzas „Bumerangferse“, ein glattes Fußteil. Bei Fäustlingen würde ich einen Daumen stricken, hier hat einfach die große Zehe einen Teil der Maschen für einen eigenen kleinen Schlauch bekommen.

Tabi-Socke oder Froschfuß?

Jetzt bin ich etwas ratlos: Meine Phasen-Bilder vom Strickprozess sind verschwunden, oder habe ich gar keine gemacht? Jedenfalls: Eine genauere Anleitung mit Maschenzahl etc. wird erst bei einem zweiten Paar entstehen können. (Falls Du eine Anleitung haben möchtest: Gib mir bitte einen Hinweis in den Kommentaren.)

Der Tragekomfort der Socke im Flip-Flop ist im Unterschied zu gewöhnlichen Baumwollsocken (die immer am Zehensteg spannen) sehr gut. Der Formfaktor ist aber so ohne Füllung durch einen Fuß eher Marke „Plattfuß“ oder auch „Froschflosse“. (Die Assoziation freilich auch bedingt durch die grüne Farbe des Stickobjektes). Nicht sehr prickelnd. Und die wenig schmeichelnden Kommentare meiner Kinder zu dieser ungewöhnlichen Fußbedeckung erspare ich Euch lieber. Es gibt jedenfalls Luft nach oben, sprich: Verbesserungspotenzial, vor allem was Farbe und Muster anbelangt. (Wieso neigt bei mir das Thema Fußbekleidung eigentlich immer zum Fail?)

Mit Füßen gefüllt und in ihrer vorgesehen Umgebung (in den Flip-Flops getragen) sehen sie allerdings wesentlich besser aus.

Angestrebte Verbesserungen beim nächsten Sockenpaar:

  • Ich brauche ein elastischeres Bündchen als zwei rechts, zwei links. Wie strickt Ihr super-elastische Bündchen für Eure Socken? Oder strickt ihr das Bündchen mit weniger Maschen und nehmt dann fürs Fußteil noch welche zu?
  • Ein Muster in der Oberseite des glatten Fußteils stricken.
  • Baumwolle statt Wolle verstricken. (Meine Füße fühlen sich in Baumwolle wohler.

Oder ich mache gleich die andere Variante und nähe mir Zehensocken aus Jerseyresten. Ein paar Schnittmuster für genähte Socken habe ich schon vor einiger Zeit abgespeichert: Ein Gratismuster von mamasnähen (Blog inzwischen geschlossen), die Ringelprinzessin (kostet € 6,90 für die Größen 15-50) und Sockenliebe (gratis). Die Ringelprinzessin hat ein extra Fußteil, das könnte recht einfach für meine Bedürfnisse anzupassen sein. Oder kennt jemand vielleicht sogar ein japanisches Schnittmuster für richtige Tabi?

  • Hast Du Dir schon mal Zehensocken gestrickt oder genäht?
  • Wenn ja: Was sind Deine Erfahrungen damit?
  • Wenn nein: Ist das ein Projekt, das Dich reizt, oder ist es  für Dich ein absolutes no-go?

Jedenfalls ist Sockenstricken für mich herrlich entspannend, und die einzige Gelegenheit, wo ich zum Podcast Hören komme. So kann der Herbst gerne weitergehen!

Das ist drin

  • Anleitung: Selbst ausgedacht. Wie die Bumerangferse geht, kann man sich im Video von Elizza anschauen.
  • Material: Lungauer Vielseitige von Ferner (75% Wolle, 25 % Polyamid). Selbst gekauft beim Hirt in Graz.
  • Verbrauch: 50 Gramm = 1 Knäuel
  • Kosten: € 3,30
  • Werkzeug: kurzes Nadelspiel Nr. 3 und eine Sockennadel zusätzlich

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HerbstHandarbeitsBingo 2018 von sechziggradnord, weil ich etwas Einfarbiges für den Winter gestrickt habe. Damit ist meine erste Reihe (diagonal) voll geworden!

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18 comments

  • Pingback: Hausschuhe strickfilzen - made with Blümchen

  • Also ich finde deine Tabisocken genial, mir gefallen sie und am Fuß sehen sie doch toll aus. Überhaupt finde ich das eine geniale Idee, vielleicht könnte ich dann auch mal Flipflops tragen. Ich müsste sie allerdings nähen, stricken wollen meine Finger nicht.
    Liebe Grüße Elke

    • Bin gerade am Austesten der Näh-Optionen mit den verschiedenen Socken-Schnittmustern. Ein richtiges Tabi-Schnittmuster hätte ich beinahe aus USA bestellt, um 9,- Euro, bevor ich gesehen habe, dass sie schlappe 45,- Euro Versandkosten draufschlagen… 🤪 Oh nein, da muss ich wohl selber ein bisschen basteln… Anregungen für Tabi-Schnittmuster gibt’s eh zuhauf auf Pinterest, nur kaufen kann man nicht so einfach eines. Aber wozu sind wir erfinderisch, nicht wahr? lg, Gabi

  • Gudrun

    Tolle Idee! Ich selbst trage keine Flip-Flops, obwohl ich sie eigentlich klasse finde. Und warum dann nicht im Winter mit Socken? Und mit Füßen drin sehen sie wirklich gar nicht so schlecht aus 😉
    Das übliche Bündchenmuster ist mir meist zu langweilig, ich stricke also (wenn es denn mal Socken sind) kleine Zopfmuster, oder Spiralsocken oder ähnliches. Mit Baumwolle, hmm, versuche doch mal einen Rollrand (bzw. mehrere übereinander) oder so etwas. Wenn das Bündchen sowieso nicht elastisch wird, wieso dann nicht den Schaft verkürzen und quasi eine Art Sneakers stricken? Dann sind die Füße selbst immer noch warm. Na, du wirst schon eine gute Lösung für dich austüfteln, da bin ich mir sicher!
    Liebe Grüße
    Gudrun

    P.S. Ich hoffe, mein Kommentar kommt diesmal zu dir durch…

    • Liebe Gudrun, danke für Deinen Zuspruch. Wenn sie „nicht so schlecht“ aussehen, ist es ja ganz gut. 😉 Ich finde Bündchenmuster auch fad, aber ich kann nicht beurteilen, wie elastisch kleine Zopfmuster sind. Oder könnte man dann einfach oben einen Gummi reinmachen? Aber Sneaker stricken ist auch eine gute Idee. Ich bin gerade am Tüfteln, aber eher in Richtung Tabi aus Jersey-Resten nähen. Endlich eine Verwendung für die Stoffreste, mit der ich mich anfreunden kann! (Mit dem Unterhosen Nähen bin ich nicht so recht warm geworden.) lg, Gabi

  • Jutta

    Ich finde die gestrickten Tabis sehr schick. An der Farbe liesse sich was drehen, das ist aber geschmackssache. Ich stricke (und trage) gern Zehensocken ( nach Mass, weil ja jeder Füß anders ist) Die gehen natürlich auch für Flipflops.
    Du weißt schon, dass es in Berlin ein Geschäft mit Versandhalndel für Zehensocken und auch Tabis gibt? Knitido heisst das Geschäft (ich hoffe, ich darf das hier erwähnen- Ich habe keine Verbindung dort hin!)
    Zum Thema Bündchen: Das ist auch für mich ein Problemfall. Zum einen der Anschlag: meist häkele ich mittlerweile die 1,5fache Maschenanzahl auf, um dasnn in der ersten Reihe immer die 2. und 3. Masche li zusammen zu stricken. Dann kommt das Bündhen: mittlerweile schätze ich 1 re verschränkt, 1 li. Das ist für mein Empfinden elastischer.

    • Hallo Jutta, du bist die erste, die diese Socken schick findet! Und ich freu mich sehr, dass es noch mehr solche wie mich gibt, die das praktisch finden. Nein, dass es in Berlin ein Geschäft gibt wusste ich nicht, und ja: Du darfst das erwähnen. (Wenn ich wollte, könnte ich den Hinweis auch rauslöschen, will ich aber nicht.) Danke für den Hinweis darauf! Und noch eine Stimme für Bündchen mit 1 links – 1 rechts. Dankeschön, beim nächsten Paar probiere ich das. Liebe Grüße, Gabi

  • eSTe

    Hallo Gabi,
    das ist ja ein sehr interessanter Beitrag. So richtig gemütlich und bequem kann ich mir die Zehensocker aber nicht vorstellen. Ich lauf daheim am liebsten in dicken gestrickten Socken rum. Selber stricken tu ich sie allerdings nicht mehr. Hab es zwar früher schon mal gemacht, aber es wär mir zu kompliziert mich da wieder reinzudenken. Jetzt lass ich mich lieber beschenken oder kauf mir welche.
    LG eSTe

    • Liebe eSTe, gemütlich sind sie sehr wohl, nur ungewohnt ausschauen tun sie, mit der einzeln gestrickten großen Zehe. Aber wie gesagt: Nachdem ich bisher meine „gewöhnlichen“ Socken halb ruiniert habe, weil ich sie in den Flip-Flops angezogen habe, sind die Tabi tatsächlich eine merkliche Verbesserung. Ich musste nur meiner neunjährigen Tochter versprechen, sie KEINESFALLS jemals außerhalb unserer vier Wände anzuziehen. 😉 Socken schenken lassen ist auch gut. Dann haben alle jene, die gerne Socken stricken, einen Grund noch mehr zu stricken. Liebe Grüße, Gabi

  • Oh – ich kann mir die liebenswerten Kommentare der Kinder vorstellen – da sind sich wohl alle Kinder ähnlich.
    Ich stricke gerne 1 rechts – 1 links im Bündchen, evtl. sogar die rechte Masche verschränkt. Ich sehe allerdings Schwierigkeiten, wenn Du Baumwolle verstricken willst, da fehlt ja jegliche Elastizität und Dein Bündchen wird, egal in welchem Muster, labbrig und „ausgelatscht“.
    Zehensocken habe ich noch nie gestrickt und werde ich wohl auch nie stricken – ich kann keine FlipFlops tragen und meine Männer….(Du weißt schon: die Kommentare…)
    Ich denke, selbstgestrickte Socken werden immer etwas „unschick“ in FlipFlops aussehen, da wir hier keine so dünne Sockenwolle bekommen, dass es feiner aussehen würde – aber so wie ich Dich kenne, wirst Du noch weiter experimentieren.

    Liebe Grüße
    Ines

    • Danke, liebe Ines, beim nächsten Mal probiere ich 1 rechts, 1 links. Bei Baumwollsocken würde ich eventuell ein ganz dünnes Gummiband im Bündchen einziehen, das überlege ich noch. Du hast ganz Recht mit „unschicken“ selbst gestrickten Socken, aber ich experimentiere gerade erfolgreich mit genähten Modellen. Das ist tatsächlich etwas, bei dem ich ganz hervorragend Jerseyreste verwerten mag. Auf Unterhosen-aus-Jerseyresten-Näherei bin ich ja nicht wirklich angesprungen… Liebe Grüße, Gabi

  • Liebe Gabi,

    also ich muss gestehen, die Socken sehen verboten aus. Aber das mit den warmen Füßen ist ein leidiges Thema. Ich hab zum Glück Fußbodenheizung, denn ich laufe auch gern barfuß oder mit Socken. Aber wenn sie dann doch mal aus und es kalt ist, dann greife ich zu Clogs aus Synthetik. Die sind super leicht an den Füßen und haben ein tolles Fußbett.
    Ich höre derzeit Podcasts beim EPP-Hexagon-Nähen. Also muss man nicht immer stricken. Aber ich finde ja, hauptsache es macht Spaß und man fühlt sich wohl.
    Dein Profilbild sieht übrigens klasse aus.

    • Liebe Mareike, mit „verboten“ meinst du: „grausam“, „furchterregend“? Dann teilst du die Meinung meiner Kinder. Davon lasse ich mich aber nicht abhalten, genauso wenig wie Du Dich von Deinem gestrickten Rock abhalten hast lassen. 😉 Podcasts beim English Paper Piecing hören geht sicher auch, oder Sticken. Aber ich kann z.B. keinen Podcast hören, wenn ich an der Nähmaschine sitze, wie das andere tun. (Und danke fürs Kompliment zum neuen Profilbild. Ich bin sehr, sehr glücklich mit den Ergebnissen vom Fotoshooting für meine berufliche und meine private Webseite.) Liebe Grüße, Gabi

  • Also, liebe Gabi,
    warme Füsse, ein angenehmes Laufgefühl und dann soll das ganze auch noch schick aussehen? Also, meine Präferenz ist eindeutig: warme Füsse und gemütlich. Und wenn das Ganze dann noch in so (für mich) perfektem Tannengrün daher kommt, wäre es perfekt (ich laufe in selbstgenähten Schlappen meiner Tochter in Altrosalila herum, weil sie so schön warm sind!).
    Liebe Grüße
    (ich habe jetzt keine Deiner Fragen beantwortet, nein, Socken stricke ich nicht, habe ich noch nie und denke auch nicht, daß ich in nächster zeit mal wieder stricken werde)
    Christiane

    • Doch, liebe Christiane: Ich will das alles haben. Warm UND angenehm UND schick. Ich kann den tannengrünen Socken aber nachsehen, dass sie nicht ganz so schick sind, weil ich mich ja zuerst mal auf die allgemeinen Sachen wie Maschenzahl und grundlegende Passform konzentriert habe. Bei Altrosalila schaudert es mich, aber wenn die Schlappen von meiner Tochter wären, würde ich sie höchstwahrscheinlich auch anziehen. Das macht nix, wenn Du keine Fragen beantwortet hast – ich freu mich auch so über Deinen Kommentar! Liebe Grüße, Gabi

  • Hi. Wie cool ist das denn!? Ich bin auch ein Barfußläufer. Und liebe Flip Flops. Aber auf die Idee wäre ich nie gekommen… Im Winter schlüpfe ich eher in Flocke und auch dicke Socken. Wünsche Dir immer Wärme Füsse:-)
    Liebe Grüße
    Nina

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