Patchwork Mug Rugs

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

Vera und Steve sind ganz alte Freunde, die uns bei mehreren Wien-Besuchen in letzter Zeit in ihrem Haus beherbergt haben. Weil immer nur Wein und selbst gekochte Marmeladen als Gastgeschenke mitbringen öd ist, habe ich letztens Mug Rugs (Becher-Untersetzer) für die beiden genäht. Ein kleines Geschenk was die Maße betrifft, aber ziemlich groß vom Aufwand her.

Das Schnittmuster habe ich zuerst bei Ines Nähzimmerplaudereien gesehen, und es weit oben auf die „to-sew-Liste“ gesetzt. Auf der Suche nach der Anleitung habe ich mich von Ines zum Mug Rug Swap bei Karen easypatchwork weitergehangelt und vor dort zur (englisch-sprachigen) Gratis Anleitung für den Mug Rug von Alexia Abegg.

Passend zur Haus-Einrichtung unserer Freunde habe ich Stoffe in gedeckten Erd- und Naturfarben ausgewählt, dabei konnte ich einige Stoffreste gut brauchen, die Maria Widerstand mir kurz zuvor aus dem Kostnixladen Gratkorn mitgebracht hatte. Das Hellbraune ist ein Rest feiner Bambus-Jersey von einem Shirt (den ich mit etwas Bügelvlies verstärkt habe), den rot karierten Stoff habe ich mal von einer Schwägerin geerbt.

Beim Ausschneiden und Nähen habe ich bemerkt, dass ich vom Foundation Paper Piecing (Tasche hier und Hase hier) etwas verwöhnt war: Im Gegensatz zu jenem muss man bei diesen Mug Rugs nämlich all die kleinen Teile ganz exakt vorzeichnen und ausschneiden, und dann auch ganz exakt mit 1/4 inch Nahtzugabe nähen. Aber dass die Teilchen so klein sind hat auch den positiven Nebeneffekt, dass man noch kleinste Stoffrestelchen gut verwerten kann. Wenn man denn – so wie ich – auch kleinste Fitzelchen noch aufbewahrt… Könnte man ja noch mal brauchen, nicht wahr.

Beim Zusammennähen ist es mir – wie auch schon Ines – beim ersten Mug Rug solala naja gegangen: Gaaanz exakt genäht schaut anders aus. Es ist schon eine ziemliche Fitzelei und dauert sogar mir als geduldiger Kleinteile-Näherin fast ein bisschen zu lang. Gequiltet habe ich einfach in Streifen, das Binding zum Schluss noch mit der Hand angenäht, bereits im Zug auf dem Weg nach Wien…

Ich schätze mal, dass ich alles in allem, mit Binding annähen, für die beiden Mug Rugs ca. 6 Stunden gebraucht habe. Ist also sicher kein schnelles Projekt.

Trotzdem mag ich das Endergebnis sehr und werde sicher wieder mal welche nähen – wenn ich viiiiel Zeit habe. Und die Freunde haben sich auch gefreut – ist ja schließlich die Hauptsache, nicht wahr? Die MugRugs wurden gleich am nächsten Tag beim Frühstück eingesetzt.

MugRugs_07_amFruehstueckstischDas ist drin

Verlinkt bei

8 comments

  • Liebe Gabi!
    mein erste Gedanke war: „Die sehen ja toll aus. Das will ich auch probieren“…Feuer und Flamme war ich auch noch bei der Fitzelverwertung von Stoffresten. Der Dämpfer kam erst so gegen Ende deines Posts…für die Rugs warst sogar Du Geduldsbombe fast etwas zu ungeduldig? Dann explodiere ich wahrscheinlich nach den ersten 10 Minuten, wenn kein Fortschritt sichtbar ist.
    Aber das Ergebnis ist schon ziemlich schön!
    Danke trotzdem für den Tipp…wenn du nichts mehr von mir hören solltest, dann habe ich es ausprobiert…und muss mich erst noch von meinem Ungeduldsanfall erholen 😉
    Liebe Grüße
    Charlie

    • Liebe Charlie, nein, das habe ich missverständlich formuliert: Es ist eh ein Fortschritt zu sehen; es dauert nur einfach mit den Vorbereitungen (Zuschneiden), dem langsam Nähen, Quilten, dann Binding alles seine Zeit. Ich dachte es wäre ein schnelles kleines Projekt, das ich schnell noch vor der Wien-Fahrt unterbringen kann, und dann ist alles ein bisschen knapp geworden weil es eben viel länger gedauert hat.
      Aber ich will doch hören bzw. sehen wenn Du es ausprobiert hast und bin schon sehr gespannt auf Deine Kombination. Mit der Cover geht das allerdings nicht zu nähen 😉 Liebe Grüße, Gabi

  • Hallo Gabi!

    Deine Mug-Rugs gefallen mir so gut, dass ich doch glatt Lust bekommen habe selbst welche zu nähen. Aber ich glaube, ich werde lieber ein etwas kleineres Patchwork-Projekt als erstes angehen, denn das habe ich noch nie gemacht.

    Klein nicht im Sinne von klein, sondern einfach. Weil der Kreis ist sicher total schwierig zu nähen kann ich mir vorstellen! Ich werde wohl lieber mit Streifen beginnen denke ich.

    Freut mich sehr, dass Du mit den Stoffrestchen Freude hast und sie auch gleich verwenden konntest!

    lg
    Maria

    • Liebe Maria, das freut mich wenn sie dir gefallen, auch wenn es ja nicht wirklich „meine“ Mug Rugs sind, d.h. die Anleitung stammt ja von jemand anderem. Der Kreis ist ein bisschen tricky zu nähen, das stimmt. Ich habe halt die Nahtzugaben der Viertelkreise jeweils mit ganz vielen Stecknadeln außen und innen festgesteckt und dann Millimeter für Millimeter vorwärts genäht. Und trotzdem ist ein bissl was verrutscht. Bin schon gespannt auf Deine Patchwork-Ideen! Und obwohl von den feinen Stoffresten nur jeweils so wenig da war, war es doch ideal für dieses Projekt. Vor allem der Stoff mit den Briefen und der Schrift drauf (am Bild oben rechts in der Mitte), den finde ich total cool. Der stammt sicher aus einer Kollektion und hat sicher einen Namen… Liebe Grüße, Gabi

  • Sehr hübsch und ich bin mir sicher, dass die gut ankamen! Was für ein Aufwand, gell, für so kleine Stückchen? Dafür ist es dann echte Handarbeit und wird entsprechend gewertschätzt.
    LG. Susanne

    • Ja, liebe Susanne, da hast du Recht: Diese Teilchen waren wirklich – hauptsächlich durch das Zuschneiden – ein unerwarteter Aufwand. Jetzt verstehe ich erst so richtig, warum Paper Piecing so beliebt ist in letzter Zeit. Es geht einfach wesentlich schneller, wenn man durch die Vorlage am Papier automatisch sehr exakte gerade Nähte bekommt und die Stoffstückelchen erst nach dem Nähen begradigt werden. Trotzdem ist es schön, was selbst Genähtes zu verschenken. Aber wem erzähl ich das… die Du Dir doch mal vorgenommen hast, nur mehr selbst Gemachtes zu verschenken, nicht wahr?

  • An den MugRugs kann man sich echt die Zähen ausbeißen! Zum Glück ist das Projekt ja klein und hat keine großen Quiltausmaße. Mir gefällt Deine Farbwahl ganz arg, die Erdtöne und das Helle – hach.
    Sei lieb gegrüßt
    Ines

    • Dank Dir, liebe, Ines! Vor allem auch dafür, dass ich mir (wieder mal) Inspiration auf Deinem Blog holen durfte! Liebe Grüße, Gabi

Kommentar verfassen