Stoffspielereien im März: Geometrie

Pojagi Gardine - erster Versuch

Pojagi: Patchwork auf Koreanisch

„Geometrie“ lautet das Thema der Stoffspielereien, heute zu Gast bei Feuerwerk by KaZe. Und endlich (ENDLICH!) habe ich mal Pojagi ausprobiert, eine koreanische Form von Patchwork mit Kappnähten.

Der Begriff Pojagi oder Bojagi bezeichnet im Koreanischen allgemein Tücher, in die man etwas einpackt oder einschlägt. In der normalen Bevölkerung wurden und werden sie häufig aus Resten gepatchworked. (Die englischsprachige Wikipedia erklärt es genauer.) Die Patchwork-Variante, auch chogak-bo genannt (würde ja gerne wissen, was das übersetzt bedeutet), verfolgt mich schon länger, aber ausprobiert hatte ich sie bisher noch nie. Nur davon geschwärmt und auf meiner Pinterest-Wand Bilder gesammelt. Sehr schön finde ich die feinen Gardinen vor Meeres-Hintergrund, die dort zu sehen sind.

Die Patchwork-Pojagi-Beispiele, die ich gesammelt habe und die mich begeistern, haben einige Gemeinsamkeiten:

  • Die Grundformen sind Rechtecke und Trapezoide (eigentlich: schräg geteilte Rechtecke), die in Streifen zusammengenäht und dann weiter zusammengesetzt werden.
  • Insgesamt weisen die Blöcke trotzdem häufig rechte Winkel auf.
  • Im Unterschied zum klassischen „westlichen“ Patchwork treffen die Ecken  kaum jemals zusammen. Bei klassischen westlichen Quiltblöcken sollen die Ecken ja immer genau zusammentreffen – je exakter desto besser.
  • Die meisten Stücke, die mir gut gefallen, sind neutral weiß oder beige mit wenigen bunten Einsprengseln.
  • Pojagi wird (wiederum im Unterschied zu westlichem Patchwork) einlagig genäht, also nicht gefüttert und auch nicht gequiltet.
  • Durch die Kappnähte sind beide Seiten schön versäubert. Im Gegenlicht kommt eine Art „Bleiglas“-Effekt zustande.

Ich denke, Pojagi ist halt auch so entstanden, dass man aus Resten noch was Schönes zaubern wollte. In klassischem Quilting-Vokabular ausgedrückt ist es eher „scrappy“. So habe ich mein Projekt nicht besonders vorausgeplant sondern mal geschaut, wohin mich das experimentelle Zusammennähen von Resten – nach den obigen Regeln (Rechtecke, Trapeze) – führt.

Konkretes Projekt: Gardinen für mein Büro-Nähzimmer-Fenster

Konkretes Material: Dünner, durchscheinender Chiffon, von dem ich mal einen Packen Reste für genau diesen Zweck erworben hatte. Ich wollte die duftige Leichtigkeit der Gardinen einfangen, die ich auf Pinterest gesehen hatte. Ich hatte auch passende Farben zu Hause: weiß, Türkis, Grüntöne. Aber leider gab es ein paar Schwierigkeiten.

Ausgangsmaterial: Chiffon-Reste

Chiffon ist recht flutschig und verzieht sich gerne, daher ist er schon von Haus aus eher schwierig zu nähen. Ich habe zuerst mit Sprühstärke versucht, den Stoff etwas steifer und damit leichter nähbar zu bekommen – aber das war zu wenig. Dann habe ich auf den Trick von Frau Machwerke zurückgegriffen, die Chiffon durch Stärke „willenlos“ gemacht hat: 2 Kappen Flüssigstärke auf 200 ml Wasser, den Chiffon einweichen und dann auf der Wäscheleine trocknen lassen.

So vorbereitet, ging das Nähen dann – halbwegs.

Über die verschiedenen Arten von Kappnähten hat das beswingte Fräulein mal einen sehr guten, ausführlichen und anschaulichen Artikel geschrieben. Sie zeigt das sehr schön und – ich habe die „geschlossene einfache Kappnaht“ verwendet.

Als Vorbereitung habe ich zusätzlich eine neue 70er-Nadel eingesetzt und die Geradstichplatte, die mir der Göttergatte aus Plexiglas gesägt hat. Eine „Geradstichplatte“ hat nur ein kleines Löchlein unter der Nadel. Sie soll verhindern, dass besonders feiner Stoff in die Maschine hineingezogen wird.

Eine Geradstichplatte hat anstelle eines Querschlitzes nur ein kleines Loch für die Nadel.

Zum Start hatte ich mir Stoffstücke von ca. 10×7 cm zurechtgeschnitten. Trotz Stärke-Behandlung waren die ersten Teilchen, die ich zusammengenäht habe, allerdings schief und krumm. Ich hätte fast das Handtuch geschmissen.

Die ersten Nähte wurden krumm und schief – besonders gut zu sehen beim hellgrünen Teil…

Ich habe mich dann doch tapfer vorwärts gequält: Das Geheimnis (eigentlich kein Geheimnis, aber es ist gut, sich wieder einmal daran zu erinnern): Gut stecken und gut bügeln!

Gut tut auch: Ganz langsam nähen, und die Blöcke zwischendurch mit Lineal und Rollschneider gerade schneiden. Leider bleibt Chiffon beim Schneiden in der Matte „stecken“. Es ist ganz schön schwierig, die Reste aus der Matte herauszuzupfen.

(Edit: Frauke hat in den Kommentaren den Tipp gegeben, mit einem Malerkreppklebeband die Reste rauszuziehen! Das habe ich ausprobiert: Erinnert ans Haare-Entfernen mit Wachs-Streifen und funktioniert überraschend gut! Die restlichen „Härchen“ habe ich mit einer Pinzette rausgezupft.)

Chiffon bleibt in der Schneidematte „kleben“, beim Zuschnitt mit Rollschneider und Lineal.

Mit dem Endergebnis bin ich so halb zufrieden. „Schön nicht, aber dafür selten!“ würde meine Oma sagen. 😉  Für das schwierige Material ist es ganz ok geworden.

Nur schade, dass die bunten Nahtzugaben manchmal zu klein geworden sind, sodass die Nähte im Gegenlicht nicht gleichmäßig bunt erscheinen. (Bei den türkisen Stücken ist das besonders gut zu sehen: Der Rand ist durch unterschiedlich viele Lagen in der Nahtzugabe ungleichmäßig hell-dunkel-Türkis.)

Pojagi Gardine – erster Versuch

Für den nächsten Versuch werde ich mir einen festeren, halbtransparenten Stoff wie feine Baumwolle oder Ramie zulegen, so wie das Siebensachen einmal gezeigt hat.

 

Heute sind die Stoffspielereien zu Gast bei Karen von Feuerwerk bei Kaze! Ich bin schon super gespannt auf die Beiträge! (Werde allerdings erst am Abend zum Lesen und Kommentieren kommen, weil wir heute zu einer Familienfeier unterwegs sind).

 

Nächster Treffpunkt der Stoffspielereien ist am 28. April bei Siebensachen zum Selbermachen zum Thema „100 Jahre Bauhaus“.

Habt einen schönen Sonntag!

Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Bist du nächstes Mal auch dabei?

 

Die nächsten Termine:

28.04.2019: „100 Jahre Bauhaus“ bei Siebensachen zum Selbermachen
26.05.2019: „Heimat“ bei Nahtlust
30.06.2019: „Afrika“ bei made with Blümchen
29.09.2019: „Miniatur“ bei Feuerwerk bei Kaze
27.10.2019: „Handweben“ bei Schnitt für Schnitt
24.11.2019: (Thema noch nicht fix) bei Nähzimmerplaudereien

Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien findest Du bei „Siebensachen zum Selbermachen“. Meine Beiträge zu den Stoffspielereien sind hier versammelt.

42 Kommentare

  1. Bist du des Wahnsinns mit diesem Material Pojagi zu nähen? Wow! Respekt. Ich hätte spätestens nach dem Zuschneiden aufgegeben. Meinen hatte ich damals aus festen Leinenstoffen genäht, ging gut, aber im Licht natürlich nicht annährend so fein und durchscheinend wie dein Pojagi! Hübsch!

    • Nein, ich bin nicht des Wahnsinns, ich wollte das einfach ausprobieren. Ohne Stoffspielereien hätte ich schon früher das Handtuch geschmissen, aber hier hat mich der Ehrgeiz gepackt. Stimmt, du hattest ja auch mal Vorhänge genäht! Ich mache mich auf die Suche nach einem feinen Baumwollstoff, damit müsste es besser gehen. lg, Gabi

  2. Oh Chiffon, ein Material, das ich gerne anziehe aber gar nicht gerne verarbeite. Ich habe da so wunderbaren Stoff für einen langen weiten Rock liegen und traue mich nicht ran. Das mit der Platte dazwischen wäre mal eine Idee, ich kenn das nur mit einem zusätzlichen Stoff, den man dann hinterher wegschneidet. Oder Malerkrepp. Aber so eine Fummelei, die würde ich mir nie zutrauen.
    Liebe Grüsse
    Nina

    • Ich traue mir so eine Fummelei immer im Rahmen der Stoffspielereien zu – wo’s ja ganz genau ums Ausprobieren geht. Und fluche da eh immer wieder heftig – aber ausprobieren will ich’s! Von daher, wenn ich mit der „Übung macht den Meister“ Mentalität, und „Wer’s nicht probiert, hat von vornherein verloren“ Mentalität an solche Projekte gehe, dann kann ich nur gewinnen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass ich etwas Zeit und Material verbraten habe, dafür aber viel gelernt. 😉 lg Gabi

  3. Liebe Gabi,

    schön, dass Du die Technik ausprobiert hast. Beim Lesen kam mir noch der Gedanke, dass man vielleicht auswaschbares Vlies aufkleben kann. Ob es das zum Aufbügeln gibt, weiß ich nicht. Ich hätte Textilsprühkleber verwendet. Damit sollte die verarbeitung deutlich leichter gehen. Vielleicht hilft zusätzlich noch ein Nähfuß mit Führungskant, damit alle Nähte gleichmäßig sind.
    Über Deinen Spruch „Nicht schön, aber selten“ musste ich schmunzeln. Den haben wir früher auch öfter verwendet. Ich sollte ihn wieder beleben.

    LG Mareike

    • Liebe Mareike, auswaschbares Vlies würde ich in diesem Fall nicht verwenden wollen. Durch die Kappnähte kommt es ja dann innen zu liegen, und da kommt es dann sehr schwer wieder raus. Ich denke die Lösung liegt einfach darin, entweder eine Nähmaschine mit eingebautem Obertransport zu verwenden oder ein anderes Material (feine Baumwolle, Leinen, Ramie) zu verwenden. Chiffon wird jedenfalls nicht mein Lieblingsmaterial. lg, Gabi

  4. angipangi@web.de

    Hallo Gabi, toll, dass du so viel Biss gezeigt hast. Ich habe noch nie von dieser koreanischen Technik gehört oder gelesen und freue mich, etwas Neues gelernt zu haben. Danke. Mir ging dabei durch den Kopf, daß man denselben Effekt vielleicht auch mit „French seams“ erreichen kann. Dies wäre einfacher als echte Kappnähte…
    LG, Angela

    • Hallo Angela, und danke für Deinen Kommentar. Ich würde hier keine französischen Nähte verwenden, weil die französische Naht ja absteht. Die Kappnaht ist gar nicht komplizierter, nur das Material, das ich hier verwendet habe, ist einfach extrem flutschig, wollte sich nicht recht durch Stärken bändigen lassen, und dann kommt dazu noch meine uralte Nähmschine. Es ist aber alles nicht schlimm. Die Stoffspielereien sind ja zum Spielen und Ausprobieren da! lg, Gabi

  5. Liebe Gabi, du hast dir aber auch mit Chiffon echt ein fieses Material für deinen Versuch ausgesucht. Ich finde das Ergebnis aber sehr schön und spannend…und ziehe den Hut, dass du da durchgehalten hast. Danke für die Links und die Infos zu dieser Technik, dafür nehme ich mir Mal Zeit! Liebe Grüße, Karin

    • Ja, ich hatte mir ja unbedingt eingebildet, das fertige Stück müsste aus fließendem Stoff sein. Freu mich, wenn Du es mal probierst! Aber probier es lieber mit einem halb transparenten Stoff, der etwas mehr „Körper“ mitbringt, z.B. eine dünne Baumwolle oder Leinen. Das ist sicherlich weniger frustrierend. lg, Gabi

  6. Liebe Gabi!
    Was für eine Fummelei 🙂 – gut gelungen. Ich fang das besser gar nicht an…
    Liebe Grüße Karin

    • Das Nähen der Kappnähte selber ist ja nicht so das Thema. Nur das Bändigen des flutschigen Stoffes, aber ich habe mir ja unbedingt den Chiffon eingebildet. Bin ganz selber schuld! 😉 lg, Gabi

  7. Sennefelder

    … nun komm ich endlich auch an deinen Beitrag. Gestern ging’s nicht. Pojagi nähen macht Spaß, mit Chiffon ist das allerdings eine Herausforderung. Ich halte schon immer die Luft an, wenn ich nur Geschenksäckchen nähen. Mein Respekt für dein Durchhaltevermögen.
    Zarte Farben vor dem Fenster sind die Belohnung!
    Liebe Grüße, bis nächsten Monat.
    Elvira

    • Ja, Pojagi ist echt nicht so schwierig, wenn man den Dreh mit den Kappnähten raus hat. Mir ist das jetzt fast etwas ZU durchscheinend. Wenn der Stoff etwas weniger transparent wäre, würden auch die farbigen Streifen besser wirken, denke ich. Ich mach das sicher noch einmal mit anderem Stoff! lg, Gabi

  8. Liebe Gabi, Respekt für deine Geduld. Chifon ist schon bei weniger fummeligen Projekten schwierig zu nähen. Der kleine Vorhang ist doch sehr hübsch geworden. VIelen Dank, dass du uns diese interesante Technik vorgestellt hast. LG Julia

  9. Ich finde diese Technik faszinierend und wollte es damals, nachdem Suschna es vorgestellt hatte unbedingt probieren. Dabei ist es geblieben, aber einen Film habe ich mal gesehen aus Korea, wo es mit der Hand gefertigt wird, einfach irre.Du hast dir nun in meinen Augen den schwierigsten Stoff dafür gewählt. Hut ab, dass du durchgehalten hast. In dem Film hatten sie hauchzarten Leinenstoff .Auf alle Fälle wird das das schönste Arbeitzimmerfenster, wenn du es fertig schaffst!
    Ich würde allerdings den Stoff wechseln.
    Danke für den Hinweis mit tyche.
    Geometrische Grüße
    Karen

    • Ja, eigentlich sollte man es mit der Hand nähen. Aber muss ich nicht unbedingt… Ja, ich werde definitiv den Stoff wechseln. Stoffspielerei-Erkenntnis! Flutschige Grüße, Gabi

  10. Ein ehrgeiziges Projekt, man muss es probieren um zu lernen. Bin gespannt, ob Du Dich noch mal ran wagst.
    Vielleicht könnte man die Farbflächeneffekte auch durch Druck erzeugen? Farbe und Aufteilung sind sehr schön.
    LG Ute

  11. Liebe Gabi, Pojagi ist großartig als Technik und mit dem Organza hast Du Dir ein schwieriges Material ausgesucht… Das Ergebnis finde ich aber absolut sehenswert, mit den farbigen Stöffchen ist es wirklich etwas besonderes 👍 Ich hatte mal so eine „Suchtphase“ und hab fünf Fenster mit Pojagi eingekleidet 😉
    Ganz liebe Grüße aus Franken an Dich und Danke für’s Zeigen 😙
    Katrin

    • Suchtphase, echt? Zeigst du was davon bei dir am Blog? Mal nachschauen… Ah ja, 2015. Hübsch! lg, Gabi

  12. Oje, da hast du ja eine Tapferkeitsmedaille verdient! Das hätte ich im Leben nicht durchgezogen. Ich habe ja in letzter Zeit ab und an mal Kleider aus Seide oder Viskose genäht, da fällt es halt nicht so auf, wenn es nicht so ganz gerade ist. Ich hoffe, du hast trotzdem deine Freude daran! Liebe Grüße Christiane

    • Liebe Christiane, ich habe es auch fast nicht durchgezogen. Nach den ersten schiefen Stücken wollte ich schon alles in die Tonne pfeffern. Nur wegen des nahenden Stoffspielereien-Termins habe ich dann doch noch damit weitergemacht, und weil ich wirklich keine anderen passenden Stoffe vorrätig hatte. Die nächsten Pojagi Bistrot-Gardinen mache ich aus anderem Stoff. Geärgert hat mich vor allem auch, dass die Behandlung mit der Stärkelösung nicht das Ergebnis gebracht hat, das ich mir erwartet hatte. Aber wieder was gelernt: Den restlichen Chiffon kann ich weiter verschenken. 😉 lg, Gabi

  13. Chiffon scheue ich – liebe Gabi, Das hast Du mit diesem flutschigen Material richtig gut hinbekommen. Und die Wirkung ist einfach phantastisch. Also dann für nächsten Monat anderes Material!
    Liebe Grüße
    Ines

    • Je-den-falls anderes Material! Mit „Bauhaus“ tu ich mir (noch) richtig schwer – davon weiß ich noch zu wenig und muss noch recherchieren. lg, Gabi

    • Liebe Gabi! Diese Technik habe ich auch schon oft auf Pinterest bewundert, der Transparenz-Effekt ist wirklich bezaubernd. Ich muss mal meine Mutter fragen, die Koreanerin ist, ob sie solches Patchwork von früher kennt. Dass du dich mit diesem komplizierten Stoff auseinander gesetzt und nicht aufgegeben hast, finde ich beeindruckend. Kompliment!

      • Liebe Mond, dein erster Kommentar war schon da, ich musste ihn nur erst freigeben. (Deshalb habe ich den zweiten Kommentar gelöscht.)
        Oh wie spannend – ja: frag mal Deine Mutter! Und dann berichte bitte darüber. Warst du mal in Korea? Als ich vor langer Zeit für ein Projekt im Völkerkundemuseum in Wien gearbeitet habe, hatte ich unter anderem mit der Digitalisierung von Bildmaterial zu tun, darunter auch alte Zeichnungen von textilen Techniken aus Korea. Faszinierend! Japan ist ja in meiner Näh-und-Stoffspielereien-Bubble immer wieder mit verschiedenene Techniken vertreten, aber über Korea wissen wir meines Erachtens viel zu wenig. (Jetzt schlägt gerade meine ethnologische Begeisterung und Vergangenheit durch.) Das Material hat mich echt Nerven gekostet, aber ich wollte unbedingt so einen fließenden Vorhang zustande bringen. Nächstes Mal nehme ich aber anderen Stoff. lg, Gabi

  14. Wie schön, Pojagi wieder bei dir zu sehen, schließlich bin ich damals über dich darauf aufmerksam geworden. Ja, die Verwendung eines in sich stabileren Stoffes kann ich sehr empfehlen. Vielleicht geht auch Seidenorganza. Ist aber empfindlicher, gerade bei einer Gardine. Meine Gardine ist leider immer noch nicht fertig…
    LG
    Siebensachen

    • Ja, ich freu mich sehr über unser „Stoffspielerei-Ping-Pong“: Du inspiriert von mir, ich hab jetzt natürlich auch in Deinem Beitrag wieder nachgelesen, jetzt wieder ein Beitrag bei mir… Vielleicht ist es jetzt wieder für Dich ein Ansporn, Deine Gardine fertigzustellen? lg, Gabi

  15. Respekt, liebe Gabi ! Ich hab mich auch mal an Pojagi probiert… ziemliches Gefummel. Auf Deinen Erstling kannst Du echt stolz sein, denn Chiffon ist übel zu verarbeiten.
    Kleiner Tipp, um das Gefransel aus der Schneidematte wieder raus zu bekommen: Malerkrepp draufkleben, gut andrücken – abziehen. Holt ne Menge aus den Einschnitten raus 😉

    • Danke für den Tipp zur Säuberung der Schneidematte, liebe Frauke! Hab ich gleich ausprobiert: Das funktioniert gut! Hat nur ein bisschen was vom „Beine wachsen“, (was ich nur ein Mal in meinem Leben gemacht habe und dann nie wieder). Hihi. Chiffon wird definitiv nicht mein Lieblingsmaterial – aber auch das ist wieder ein Lernprozess. lg, Gabi

  16. Ja, Chiffon nähen! Das ist ein Kapitel für sich. Ich bewundere Dích, daß Du es gewagt hast. Über diesen Stoff habe ich mich noch nicht darübergetraut. Die Gardinen filtern das Licht sehr effektvoll.
    Liebe Grüße
    Annelies

    • Musst Du auch nicht, dich über den Stoff drüber trauen. Oder vielleicht doch, im Rahmen einer Stoffspielerei. Einfach, um es mal gemacht zu haben. Auch das kann ja ein Ergebnis sein. lg, Gabi

  17. Hallo Gabi, da hast du dich wirklich einer ganz besonderen Herausforderung gestellt. Schon allein das verdient Respekt. Das Ergebnis kann sich unter diesen erschwerten Bedingungen gut sehen lassen, auch wenn ich verstehe, dass du mehr erwartet hast. Da bin ich ja gespannt ob du das nochmal mit anderen Stoffen probierst und wie es dann aussieht.
    LG eSTe

    • Gell? Das könnte hübscher sein. Naja, aber dazu sind ja die Stoffspielereien da, Dinge auszuprobieren. Ohne die Aktion wäre ich das Projekt wahrscheinlich nicht angegangen. Ich werde das definitiv noch einmal mit anderem Stoff machen! lg, Gabi

  18. Ich hab auf der Nadelwelt mal einen großen Vorhamg in selbstgefärbten Seidenorganza gesehen, das war handwerklich phantastisch- aber das spielt auch das Metarial viel besser mit.
    Aber jetzt weißt du ja wie es geht und kannst bei neuen Versuchen die Klippen umschiffen.
    (Farblich finde ich das aber gut- das viele weiß in unterschiedlichen Schichten ist sehr malerisch.
    Und die kleinen Quadrate die sich ergeben sind allein schon ein Design wert!
    Das wär doch was für das kommende Bauhausthema- Mondrian und so….)

    • Wow, selbst gefärbter Seidenorganza, das stelle ich mir toll vor. Bei Bauhaus habe ich noch keine Idee – für mich eine unbekannte Welt und ein weites Lern-Feld! lg, Gabi

  19. fraunahtlust

    Was für eine spannende Technik, liebe Gabi. Danke, dass ich wieder etwas Neues lernen durfte von dir. Das sieht wirklich friemelig aus, und ich als Nichtgeduldige hätte bestimmt das Handtuch geworfen! Umso löblicher, dass du dabei geblieben bist! Dein Vorhang ist doch schon sehr bezaubernd – die Unregelmäßigkeiten, wie du sie nennst, bringen Dynamik und Bruch zugleich rein und machen die Arbeit damit für mich zum Betrachten noch spannender. LG. Susanne – und tausend Dank nochmals für die super Orga und Zusammenführung der Themen und Monate!

    • Da wirfst Du nicht nur als Ungeduldige das Handtuch – der Chiffon rutscht mir einfach zu viel auf meiner Maschine herum. Vielleicht wäre es mit einem zuschaltbaren Obertransportfuß besser gegangen, aber mein Obertransport-Ungetüm brauche ich da erst gar nicht erst zu montieren, dafür ist der Stoff zu dünn. Wie auch immer: Wieder was gelernt.
      Ich liebe, liebe, liebe die Stoffspielereien – und koordiniere sie sehr gerne! lg, Gabi

  20. ….. schon so lange will ich die Technik mal nähen. Toll das du nicht aufgegeben hast. Jedenfalls weiß ich jetzt das ICH keinen Chiffon verwende 😉
    einen schönen Sonntag wünscht
    Christine

    • Richtig! Aus den Fehlern der anderen lernen – eine der zentralen Funktionen der Stoffspielereien. 😉 Ich mach das auch nicht noch einmal mit Chiffon! lg, Gabi

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