Ratatouille Küchenvorhang

Ratatouille Bistrot-Vorhang

In unserer Küche haben wir zwei Fenster mit Bistrot-Vorhängen. Die einen sind handgehäkelt von einer unbekannten Vorfahrin eines Freundes, die anderen entstehen gerade neu. Thematisch passend zu zwei unserer Lieblingsthemen: Kochen und Animationsfilm.

Mein Mann und ich, wir kochen gerne, und wir lieben beide den Animationsfilm „Ratatouille“. Am Ende des Filmes eröffnen die Hauptdarsteller ein kleines Bistrot, und vor dem Bistrot hängt ein Schild mit einer Ratte, die einen Kochlöffel hält. Genau dieses Motiv habe ich aufbereitet und als Küchenvorhang gehäkelt.

Die Ratte am Fenster

Vorlage umwandeln mit PixelStitch

Zum Pixeln habe ich das kostenlose Programm PixelStitch verwendet, mit dem man Fotos in Kreuzstichvorlagen umwandeln kann. (Eine Spende an den Entwickler wird erbeten und hat er sich auch verdient!) Das Programm ist ziemlich cool für Kreuzstich, weil man wählen kann, wie viele Kästchen breit und hoch das Ergebnis sein soll und wie viel Stickgarnfarben man verwenden möchte. PixelStitch spuckt dann ein PDF aus, in dem sogar die am besten passenden Stickgarnfarben (wahlweise von DMC oder Anchor) angegeben werden!

Wenn ich mir ein Bild zur Verwendung als Häkelmuster verpixeln lassen will, muss ich allerdings beachten, dass so ein gehäkeltes Kästchen ein wenig breiter als hoch ist. Das heißt mein gehäkeltes Ergebnis wird im Vergleich zur Vorlage „gestaucht“, wenn die Vorlage auf quadratischen Kästchen basiert.

Kennt jemand von Euch ein Programm zum Verpixeln von Fotos, das die Stauchung berücksichtigt und ausgleicht? Eine Lösung könnte sein, dass ich selbst wählen kann, wie viele Rechtecke breit und hoch ein Bild aufgeteilt werden soll, und nicht eine Quadratform für die Umrechnung in Pixel vorgegeben ist. Ich freue mich über sachdienliche Hinweise!

Fertiger Küchenvorhang nach rund 50 Stunden Häkeln. (Ich brauche ca. 1/2 Stunde pro Reihe)

Daniela von Green Bird hat übrigens eine Übersicht über kostenlose Programme zum Erstellen von Häkelschriften erstellt. Die könnte Dich interessieren, wenn Du Häkelschriften auch in Runden und mit häkelspezifischen Symbolen für feste Maschen, Stäbchen, Doppelstäbchen etc. erstellen willst.

PixelStitch hat aber für meine Zwecke diesmal ausgereicht. Nimm fürs Verpixeln am besten mehr als nur zwei Farben (also mehr als nur schwarz & weiß); vier Faben zu wählen liefert ein besseres Ergebnis. Ich habe das Bild dann ausgedruckt und am Papier mit schwarzem Stift und Tipp-Ex nachgebessert. Die fertige Häkelschrift habe ich in eine Excel-Tabelle übertragen. Nützlich dafür ist die Excel-Vorlage „Millimeterpapier“, die alle 10 Kästchen eine dünne Linie einzieht. Das ist sehr hilfreich fürs Zählen beim Häkeln.

Hier findest Du meine finale, korrigierte Vorlage, kostenlos zum Download.

Die Technik nennt sich Filethäkelei. Man arbeitet im Grunde leere und gefüllte Kästchen, die aus Stäbchen und Luftmaschen bestehen. Ein leeres Kästchen besteht aus einem Stäbchen und zwei Luftmaschen, ein gefülltes Kästchen aus drei Stäbchen. Zu Beginn jeder neuen Reihe häkelst Du 3 Luftmaschen anstelle des ersten Stäbchens plus die 2 Luftmaschen fürs leere Kästchen, also 5 Luftmaschen. Zum Reihenabschluss häkelst Du ein letztes Stäbchen in die 3. Luftmasche des vorherigen Reihenbeginns.

Jetzt heißt es eigentlich „nur mehr“ dem Häkelschema folgen. Damit ich schnell sehe, in welcher Reihe ich mich gerade befinde, verwende ich ein Clipboard und ein breites Gummiband. Mein Gummiband liegt immer oberhalb der gerade aktuellen Reihe, weil ich mich gerne an der Vorreihe orientiere. („Ein Kästchen früher füllen als in der Vorreihe. Zwei Kästchen mehr füllen als in der Vorreihe.“) Weißt du was ich meine? Beim Reihenwechsel verschiebe ich das Gummiband dann jeweils um ein paar Milimeter nach oben, damit es über der neuen Reihe liegt.

Gummiband auf Clipboard zum Markieren der aktuellen Reihe

Die Lücken für die Aufhängung des Bistrot-Vorhangs an einem Stab sind im Häkelmuster mit einem Kreuzchen in den leeren Kästchen gekennzeichnet: Häkle hier einfach eine durchgehende Luftmaschenreihe über 5 Kästchen (also 14 Luftmaschen) und schließe wieder mit einem Stäbchen in ein darunter liegendes Stäbchen ab. Über die Lochreihe kommen noch einmal zwei volle Reihen Stäbchen, um die Aufhängung zu stabilisieren.

Zum Aufhängen auf einem Stab häkelst Du Löcher.

Am allermeisten freue ich mich, dass der Vorhangvon außen GENAU SO ausschaut, wie ich mir das vorgestellt habe! Auch den zweiten alten Vorhang daneben, der sich schön langsam auflöst (billige Industriespitze aus Kunstfaser wird nach einiger Zeit durch UV-Licht brüchig), werde ich noch durch eine Ratte ersetzen.

Das Küchenfenster von außen.

 

Falls Du Dir auch so einen Vorhang häkelst, schreib mir bitte und lass mich wissen, (1) wie es Dir dabei ergangen ist und (2) ob die Vorlage für Dich verständlich war! Über Anregungen zur Verbesserung der Anleitung freue ich mich ebenfalls.

Das ist drin

  • Anleitung: Häkelmuster Ratatouille Küchenvorhang von mir 😀
  • Material: Baumwoll-Häkelgarn der Stärke 20 (die Marke ist egal), Häkenadel Nr. 1
  • Verbrauch: ca. 75 Gramm, das ist eineinhalb Knäuel
  • Kosten: ca. 6,- Euro (wenn ein Knäuel mit 50 Gramm rund 4,- Euro kostet)
  • Arbeitszeit: ca. 50 Stunden, über 2 Monate verteilt

Verlinkt bei

 

32 Kommentare

  1. Eine sehr coole Ratte und ich bewundere was es heute alles an Möglichkeiten gibt und an was man da denken muss – sehr spannend für mich hier zu lesen. Ich habe Strickmuster und Stickmuster etc. immer auf Millimeterkaro oder für meine Oma in größere Karos gezeichnet als Kind … ist ja ewig her … da gabs noch keinen PC, bloss seither habe ich nie darüber nachgedacht und jetzt habe ich gerade lauter lustige Ideen für meine Schüler, was man da alles programmieren könnte … die werden mich in Gedanken ermorden, weil erst kam ich Ihnen mit Kinderspielen, dann mit Nähmustern und jetzt … Danke für deine wunderbaren Inspirationen! LG Ingrid

    • Gerne! Jetzt bin ich aber neugierig, was Du Deinen Schülern da zu programmieren aufgeben würdest? Oder aufgegeben hast? Nähmuster programmieren? lg, Gabi

  2. Claudia Andrianaivo

    Ui, das sieht extrem süß aus! Einen hübscheren Küchenvorhang kann man sich gar nicht vorstellen… <3

    Glg
    Claudia

  3. Servus Gabi!
    Mein Gott ist diese Ratte scharf ;-D
    Ich mag diesen Film ebenfalls, die Arbeit mit Nadeln ist nicht meins. Ich bewundere jeden, der so tolle Dinge damit zaubern kann! Liebe Grüße
    ELFi

    • Dankeschön! Der Film ist so toll, er macht mir jedes Mal wieder Lust auf richtig gutes Essen mit richtig guten Zutaten (regional, bio, saisonal). lg, Gabi

  4. Ups, da hat s meinen Kommentar gefressen. Dann einfach noch Mal☺ Ich finde nämlich so Klasse, was Du gemacht hast! Ich selber Versand, sobald ich mit kleinen Nadeln und Faden häkeln darf. Normale Wolle bekomme ich noch hin. Nun, wahrscheinlich ist es noch eher das Zählen 😃 häkeln ist so etwas monoton meditatives. Bloß nicht aufpassen.
    Animationsfilme mag ich auch immer noch, obwohl meine Jungs schon lange nicht mehr die Zielgruppe sind. Aber habe mir schon bei Totoro gedacht, dass Du sie magst.
    Liebe Grüße
    Nina

    • Liebe Nina, Deinen Kommentar hat’s nicht gefressen, ich hatte ihn nur noch nicht freigegeben. Das Häkeln mit so dünner Wolle und Nadel ist weniger fitzelig als gedacht, finde ich. Nur muss man gute Augen haben, um die kleinen Maschen zu treffen. Ich glaube, für Animationsfilme werde ich nie zu alt werden. 😉 Bin ein großer Pixar-Fan. lg, Gabi

  5. Eine gute Idee, welche Du wahnsinnig schön umgesetzt hast! Für mich ist diese Art des Häckelns zu klein, zu fitzelig, werde nicht ordentlich und genau genug.
    Animationsfilme mag ich auch total gerne und Ratte und Kochen? Jaaaaaa!
    Liebe Grüße
    Nina

  6. Liebe Gabi,
    wow, die ist ja supersüß geworden, deine Ratatouille-Ratte – da finde ich es fast schade, dass ich bei mir kein passendes Fenster habe! Bin schon am überlegen, wofür man so eine Ratte noch häkeln könnte *lach*…
    An deinem Fenster macht sie sich auf jeden Fall phantastisch!
    LG
    CHristiane

    • Als Kissenüberzug ginge es vielleicht auch noch – aber naja… Als Kissen würde es dann schon sehr tüdelig und altbacken, oder was meinst du? Am Fenster mag ich sie jedenfalls sehr, vor allem in der Küche! lg, Gabi

      • Liebe Gabi,
        ja, ich fürchte ein gehäkelter Kissenbezug ist wirklich etwas altbacken *grins*… aber ich bin mir sicher, irgendwann kommt der AH-Effekt und ich suche auf deiner Seite nach der Anleitung!
        LG
        Christiane

  7. Liebe Gabi, das ist ja ein tolles Küchengardinchen! Solche Filethäkelei mag ich sehr gerne, leider habe ich nicht mehr die passenden Fenster für die vielen gehäkelten Motive…. Ich hab noch nie etwas selbst verpixelt, da fehlt mir das technische Verständnis und kann Dir leider keinen Tipp geben. Danke für die Vorlage der kochenden Ratte, vllt mach ich die ja mal für das Küchenfenster vom Tochterkind ;o)
    Liebste Grüße an Dich von Katrin

  8. das ist ein echter Gabi-Vorhang!! So klassische Blümchen o.ä. würde bei Euch gar nicht rein passen. Aber die Ratatouille-Ratte auf der Bistro-Gardine, einfach nur lustig und schön.
    Ich hatte bei meiner letzten Filethäkelei (ohne selbstverpixeltes Motiv, einfach ein klassisches Filet-Muster) eher das Problem, dass ich es nicht richtig rechteckig hinbekommen habe. Die ersten 20 Reihen waren viel lockerer und daher breiter, der Rest wurde dann schön gleichmäßig. Und bevor ich jetzt nicht eine Gleitsichtbrille habe, fange ich keine Häkelei mehr an!
    Liebe Grüße, auch an den kochenden und bügelnden Mann!!
    Ines

    • Liebe Ines, am anderen Fenster haben wir ja sogar noch eine klassische Rosen-Gardine. 😉 Aber vielleicht nicht mehr lang, wenn es nach dem kochenden und bügelnden Mann geht! Ein zweites Motiv ist schon in Arbeit, aber zuerst sollte das „Sommerjäckchen“ – bei mir ein Shirt – fertig werden. Das dauert irgendwie ewig, und obwohl die Strickerei ziemlich eintönig ist, verzähle ich mich die ganze Zeit und bin ständig am Reihen Wieder-Auftrennen. Da geht das Häkeln einfacher. Und ich habe ja auch noch Übung aus dem letzten Jahr, wo ich zwei Oktopusse und ein Einhorn als Tücher nach dieser Methode gehäkelt habe. Dir alles Gute für Deine Augen und Grüße auch an Deine Männer, Gabi

  9. Hallo Gabi,
    deine Ratte mit Kochlöffel sieht klasse aus – genau passend für eine Küche. Kompliment!
    Was für ein Luxus, sich diese Pixel-Vorlagen erstellen zu können. Ein Hoch auf das digitale Zeitalter. Was allerdings nicht heißt, dass einem die Nacharbeit erspart bleibt.
    LG eSTe

  10. Kannst Du nicht mit einer Foto-Bearbeitungssoftware das Bild, das Du als Grundlage nimmst vorher entsprechend verzerren? Also entweder in Querrichtung stauchen oder in Längsrechtung etwas auseinander ziehen? Erfordert wahrscheinlich ein bißchen Trial and Error – aber wenn man einmal das Verhältnis weiß….

    Sabine

    • DAS ist ja eine geniale Idee! Und im Grunde so einfach. Cool, danke für diesen Tipp, das probiere ich jedenfalls aus!! lg, Gabi

  11. Kathie Jo

    Hallo,

    sehr, sehr schön. Hast du Stitchfiddle mal ausprobiert? Da kann beim Häkeln (Crochet) auch Filet eingegeben werden.

    Liebe Grüße Kathie Jo

    • Danke für den Tipp! Daniela hat in ihrem oben erwähnten Artikel auch Stitch Fiddle erwähnt und gerade habe ich es ausprobiert. Das Pixeln der Vorlage für Filethäkelei überzeugt mich nicht, weil es genau das Problem hat, das ich oben beschreibe: Wenn man mit nur 2 Farben schwarz-weiß pixelt, gehen wichtige Details verloren, die aber wichtig fürs Nachbearbeiten sind. Also für andere Häkelprojeke ist Stitchfiddle sicher eine gute Wahl, für dieses Projekt leider nicht so. lg, Gabi

      • Kathie Jo

        Ah okay, den Häkelpart habe ich bisher noch nicht genutzt. Für Strickschriften und Kreuzstichmuster funktioniert es gut. Gedanken machen muss man sich da dann aber auch :-). Viel Spaß.

        • Das ist jedenfalls ein super Tipp von Dir gewesen, denn Stricken und Sticken tu ich ja auch. Beim nächsten Projekt werde ich das Programm jedenfalls gerne ausprobieren! lg, Gabi

  12. Sehr witzig! 😃 Ich bin eben ganz unsicher geworden und musste nochmal nachlesen (war der Meinung, dass er eine Maus ist…😉).
    Meine Hochachtung vor der Häkelnadel in Stärke 1! Habe gerade mal neugierig meine Häkelnadelsammlung hervor geholt, weil ich nicht sicher war, oben ich nicht auch was hier habe. Ich habe 4Varianten von den Häkelnadeln unten mit Holzgriff und Schutzhülle über dem Haken, die Beschriftung ist nicht so richtig leserlich; ich nehme an, das kommt dem am nächsten… Wow!
    Liebe Grüße, Ingrid

    • Liebe Ingrid, alles was größer als Nadelstärke 1 ist, würde für so einen Vorhang in meinen Augen einfach zu dick werden. Der Rosenvorhang, der im anderen Fenster hängt, den wir mal geschenkt bekommen haben, ist meiner Ansicht nach mit einer noch feineren Nadel gehäkelt – aber ich bekomme ja gar kein so dünnes Häkelgarn mehr. Oder es wäre aufwändig, eines aufzutreiben. Danke für die Hochachtung, ist nicht nötig. Nur dauert es mit so einer kleinen Nadel halt seine Zeit, ca. eine halbe Stunde pro Reihe. Ist aber alles egal, wenn die Zeit keine Rolle spielt und unter anderem der Weg (Entspannen beim Häkeln) das Ziel ist. 😉 lg, Gabi

  13. Tolle Idee! Toll gemacht! Es ist schon lange her, dass ich mal etwas „verpixelt“ und dann gestrickt oder gestickt habe. Damals habe ich das per Hand auf Millimeterpapier gezeichnet. Vor kurzem hatte ich die Idee, eine Motivdecke zu patchworken, dafür zeichnete ich auf Kästchenpapier und habe die notwendigen Stoffquadrate ausgezählt. Im Moment schneide und sammle ich noch 😉 Liebe Grüße!

    • Bin sehr gespannt auf Deine Motivdecke! Ich mag Gepixeltes in allen Varianten, es lässt sich einfach so vielfältig einsetzen! Als Kreuzstich, gestrickt, gehäkelt, mit Bügelperlen oder eben auch mit Stoffstücken. Sehr cool finde ich auch diese minikleinen Restegeschichten, ich hab da mal ein Nadelkissen genäht. Ach, es gibt doch immer was zu entdecken! lg, Gabi

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