Ein Schwung sommerliche Shirts

Sommerliche Shirts

Die Tochter ist wieder einmal aus ihren Kleidern rausgewachsen. (Zum Glück schrumpfen sie ja nicht, die Kinder.) Ich habe für sie Reste-Shirts gebastelt, bei denen das Gestückelte zum Design-Element wurde.

Meine Tochter liebt Rosa und Mint und Glitzer. Schwarz und grau und dunkelblau gehen jetzt auch schön langsam, weil sie älter und cooler geworden ist. So konnte ich auch einige Stoffreste vernähen, die von den Shirts des großen Bruders übrig geblieben sind.

Projekte aufgereiht am Nähtisch

Die Shirts sind zum Großteil gestückelt, weil ich entweder Reste verwendet habe, oder die Stoffe schon vor so langer Zeit gekauft, dass nicht mehr genug für die ganze Länge des Shirts vorhanden war. (Das liegt daran, dass ich eher sparsam kaufe und die Tochter beim Kauf noch kürzer war…) Der Grundschnitt ist das lillesol basic No.1 Longsleeve in Größe 152, bei dem ich die Ärmel gekürzt und Vorder- und Rückenteil jeweils im oberen Bereich geteilt habe.

Alle Schnittmuster, Stoffe und Plotterdateien habe ich selbst gekauft. Bis auf den Stoff „Nachtwiese“ (weiter unten), den ich bei einer Verlosung gewonnen habe.

Melonen

Das Melonenshirt ist aus dem Rest von meinem Melonen-Polo, kombiniert mit einem ehemals weißen, leider rosa verwaschenen kleinen Stück Jersey. Die Tochter findet, das Rosa passt besser zu den Melonen als der weiße Stoff, als den ich ihn ursprünglich vernähen wollte.

Melonen-Shirt

Meerweh

Das maritime Shirt ist aus einem hellblauen Bio-Streifenjersey und einem schmalen Stück weißen Jersey undefinierter Herkunft. Den Schriftzug „meerweh“ gab es mal als gratis Plotterdatei beim inzwischen leider geschlossenen Stoffbüro. Das Segelschiff habe ich einfach aus Resten (Dreiecken) der Glitzer-Plotterfolie zugeschnitten.

Shirt „Meerweh“

Hello Kitty Upcycling

Die Tochter hat ihr altes, gekauftes Hello-Kitty-Shirt in Größe 110/116 so geliebt, dass sie es – obwohl schon viel zu kurz und zu eng – bis letzten Sommer getragen hat. Jetzt hat sie mir die Erlaubnis gegeben, das Shirt zu zerlegen. Das Motiv habe ich ausgeschnitten, mit Vliesofix auf dem Vorderteil festgebügelt und rundherum zur Sicherheit einmal abgesteppt. Der hellgraue Jersey ist ein Rest von einem Shirt für den großen Bruder.

Es ist gerade sehr genial, weil der seitliche Rest von den 80 cm Stoff, den ich für seine Shirts brauche, genau noch für ein Shirt für sie reicht! Das freut meine sparsame Ader.

Fetzen-Shirt

Den pinken, gelöchterten Stoff für das „Fetzen-Shirt“, wie ich es liebevoll nenne, habe ich mal mit einem Paket Reste von Angelina bekommen. Lange hat dieser Stoff auf seinen Einsatz gewartet. Das Rückenteil musste ich auch der Länge nach stückeln, die anthrazitfarbenen Passen und Ärmel sind wieder aus einem Rest von einem Bruder-Shirt. Mit dem Lila-pinken Farbton passt das Shirt super zu den ebenfalls selbst genähten Leggings.

Tunika „Nachtwiese“

Die Tunika ist nach dem Schnitt „Amelie“ von Farbenmix. Allerdings haben der Tochter die überschnittenen Schultern des Originals nicht gefallen, und sie hat es nie getragen. Deshalb habe ich jetzt die Ärmel des Shirts hineingebastelt. (Den Lillestoff „Nachtwiese“ habe ich schon 2017 bei einem Preisausschreiben von biostoffe.at gewonnen.) Am zweiten Bild sieht man die Tunika in Kombination mit einem Bolero lillesol basics No.43. Der Bolero ist überraschend einfach und schnell zu nähen (2 Stunden inkl. Zuschnitt), und ich finde sehr genial, dass man ihn wenden kann. (Innen ist der Bolero cremeweiß.)

Glitzer-Palmen

Nach einem weiteren anderen Schnitt – nämlich von einem Kaufshirt abgenommen – , ist das letzte Shirt, das bislang entstanden ist. (Zwei Stoffe warten noch aufs Vernähen.) Der Schnitt ist denkbar einfach, nämlich zwei Halbkreise. Oben bekommen sie eine Halsöffnung, an den Seiten werden sie jeweils mit einer kleinen schrägen Naht so zusammengefasst, dass frau nicht ganz im Freien steht. Aus dem „Poncho“ wird so ein weites Shirt.

Update: Habe jetzt ein Bild zu den beiden seitlichen Nähten ergänzt. Am Original-Shirt wurde  eine schmale französische (doppelte) Naht hier gemacht. Ich bin ziemlich lang grübelnd vor dem Original gesessen, wie das gehen soll, und jetzt weiß ich es schon wieder nimmer. Aber – wo ich so drüber nachdenke: Eigentlich sollte eine ganz gewöhnliche Steppnaht auch reichen!

Die Plotterdatei ist aus der Plotterdatei Kombi-Serie Aloha Beach (8,90 € auf Etsy), die Extrem-Glitzer Folie von Ernas Enkelin. (Beides ebenfalls selbst gekauft.)

Die Tochter wollte das kleinteilige Palmenmotiv unbedingt selbst entgittern. Sie hat dabei große Geduld bewiesen und eine Akribie an den Tag gelegt, die ich nicht erwartet hätte. Auf dem mintfarbenen Feinstrick haftet der Plott bislang sehr gut. Meine beheizbare Presse erleichtert aber auch das Aufbringen. Das Palmen-Shirt ist ihr neues absolutes Lieblingsteil geworden.

Mit dieser Inspiration wünschen wir Euch feine restliche, warme Sommertage!

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21 Kommentare

  1. Ich bin ja totaler Fan von bunten Shirts und finde es oft schade, dass ab einem bestimmten Alter selbige immer eintöniger werden. Wiederverwenden und upcyceln sind total Klasse und die Shirt sind durch die Reihe wunderschön geworden. Ich bin ein wenig neidisch.
    Liebe Grüße
    Nina

    • Liebe Nina, ich freu mich dass Dir die Shirts gefallen und lade Dich ein, Dir selbst einen Schwung bunter Shirts zu nähen! Eva von verfuchst und zugenäht fällt mir dazu spontan ein. Die näht sich immer wieder knallbunte, fröhliche Shirts. Ich geb Dir recht: Mehr davon würden den grau-schwarz-dunkelblauen Einheitsbrei vor allem im Winter gehörig aufmischen! Das wär schön. Wollen wir die ersten sein? 😉 lg, Gabi

  2. Sehr fleißig, zum Glück haben meine noch nicht so viele Ansprüche, obwohl, wenn man so überlegt, gibt es doch auch Lieblingsshirts, die wenn sie da sind auf jeden Fall angezogen werden 😉

    Mir gefällt das Palmenshirt sehr gut. Ich hatte als Teenie auch mal so eines, eins meiner Lieblinge und bis es zerfiel ein heißgeliebter Begleiter. Ich glaub meines war ein bisschen schmäler geschnitten aber auch so halbkugelförmig. Ich hab noch Stoff liegen, vielleicht konstruier ich mir das nochmal nach. Danke für die Erinnerung, manche Dinge vergisst man einfach, obwohl sie so lange mit dabei waren!

    LG Karin

    • Hallo Karin! Manche Sachen kommen wieder in der Mode, mir scheint: So alle 30 Jahre (außer Reifröcke und Korsetts, die sind nicht wieder gekommen, zum Glück). Wenn ich so auf der Straße schaue: Espandrillos und Birkenstöcke zu Kleidern, genau das sehe ich auf den Bildern vom Spanien-Urlaub vor ziemlich genau 30 Jahren… 😀 Vielleicht auch die Halbkreis-Shirts? Ich habe jetzt ein Foto ergänzt, wo es flach liegt, und die beiden seitlichen Nähte markiert. lg, Gabi

      • Super, hatte es schon gezeichnet und mir heute nochmal bei dir angesehen und die Seitennaht nochmal korrigiert, denn die hatte ich ein wenig gerader eingezeichnet, jetzt ist sie ein bisschen schiefer zur Mitte hin geworden nach deinem Vorbild. Hab gerade mein Probeshirt genäht und es gefällt mir sehr gut. Danke, danke danke!!!

        Mal sehen wie diese Woche das Wetter wird und ob ich zu brauchbaren Fotos komme, dann kannst du dir meine Version dann am Donnerstag ansehen 😉

        LG Karin

  3. Wow, das nenne ich mal gelungene Weiterverabeitung in Größenordnungen, Klasse! Eine Kittyzeit hatten meine Mädels auch mal. Meine Favorit ist das Marineshirt.
    ist das Palmenteil ein Kreis?
    dir einen schönen kreativen Sommer!

    • Das Palmenteil ist fast ein Kreis, aber aus zwei Halbkreisen zusammengesetzt, mittels Schulternaht. (Ich hatte damals nur 50 cm von dem leichten Strickstoff gekauft.) Vielleicht sollte ich noch ein Detailfoto von der seitlichen Naht machen, damit man sich die Konstruktion besser vorstellen kann. Auch Dir einen schönen kreativen Sommer! lg, Gabi

      • Hallo, das sind ja super Shirts geworden, die würden meinen beiden Mädels sicher auch gefallen. Besonders das aus den beiden Halbkreisen würde mich interessieren, das sieht mal komplett anders aus. Wie sieht denn die Seitennaht aus?
        Liebe Grüße, Birgit

        • Hi Birgit, das kann ich fotografieren, wenn die Tochter morgen von den Großeltern zurückkommt, weil sie hat das Lieblingsshirt natürlich mitgenommen. Ich reiche ein Foto nach, auf dem man das besser erkennt, versprochen! lg, Gabi

  4. Mensch, warst du fleißig! Das ist ja schon Massenproduktion! Toll, wie du die Stoffe neu kombiniert hast.
    LG Monika

    • Freut mich, dass es Dir gefällt! Nachdem wir dieses Jahr gar keine Shirts für die Tochter gekauft haben (bis auf das eine Vorlagen-Shirt für das mintfarbene Glitzerteil), war es schön langsam richtig dringend, einen Schwung passende anzufertigen. Hat aber Spaß gemacht. Solche Energieschübe muss ich nutzen. lg, Gabi

  5. Liebe GAbi,
    Wahnsinn! So viele toll Shirts, ich bin hellauf begeistert! Und ich spiele mal wieder mit dem Gedanken, einen Plotter anzuschaffen… jedes Mal, wenn ich sol tolle Sachen sehe…
    GLG
    CHristiane

    • Der Plotter lohnt sich bei uns allein schon, weil mein Mann gerne damit Glückwunschkarten oder Kindergeburtstagseinladungen (Papier) damit schneidet. Wir (Familie) verwenden ihn nicht sehr häufig – vielleicht alle zwei Monate -, aber wenn, dann bin ich sehr froh, dass wir ihn haben. Man spart sich halt sehr viel Zeit, wenn man viele oder sehr kleinteilige Dinge auszuschneiden hat! lg, Gabi

  6. Boah, Gabi, welch einen Näh-Marathon hast Du da hingelegt!
    Genial, wie du Reste verwendest, altes neu eingesetzt und doch den Wünschen der Tochter angepasst hast. Da können ja noch einige Sommertage kommen!
    Liebe Grüße
    Ines

    • Liebe Ines, eigentlich hat es sich gar nicht so angefühlt wie ein Marathon. Das Zuschneiden ging ganz flott, und dann hab ich eines nach dem anderen runtergenäht. Zwei oder drei Abende, exklusive der Plott-Sachen. Ich war grad „im Flow“, und es hat großen Spaß gemacht, gemeinsam mit der Tochter die Shirts zusammenzustellen. Jetzt sind wieder andere Dinge dran. lg, Gabi

  7. Liebe Gabi, nun ist der Kleiderschrank vom ehemals kurzen Kind ja gut gefüllt und der Sommer kann noch lange bleiben…. Schöne Shirts sind das geworden und die „Reste“Verarbeitung sieht man ihnen keinesfalls an. Meine Favoriten sind das Melonenshirt und das Fetzenshirt, würde ich auch tragen wollen….
    Schön, dass sie Dir so geduldig geholfen hat 👍
    Ganz liebe Grüße aus Franken an Dich von Katrin

    • Ja, das war ihr ein richtiges Anliegen, den feinen Plott selbst zu entgittern. Zum Glück haben wir so eine ganz, ganz spitze, feine Pinzette zum Plotter dazu, mit der man auch sehr kleine Teilchen gut rausfriemeln kann. Trotzdem ist es langwierig. Sie hat angekündigt, dass sie in Zukunft öfter solche Plotts haben möchte… Dir einen schönen Wochenstart! Gabi

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