Flaggenalphabet-Kissen

Geheimschrift am Sofa

Anton, Berta, Cäsar, Dora, Emil… Das deutsche Buchstabieralphabet kennt Ihr wahrscheinlich. Aber wie ist es mit Alpha, Bravo, Charlie, Delta, Eco…?

Zweiteres ist das internationale Buchstabier-Alphabet, das man zum Beispiel braucht, wenn man seinen Namen für ein Hotel im Ausland buchstabieren soll. Vielleicht kennt Ihr es auch vom Funken, aus der Luftfahrt oder aus der Seefahrt. Und in der Seefahrt – schön langsam komme ich zum Punkt – gibt es diese Buchstaben auch als Flaggen. Diese haben zusätzlich zum Buchstabenwert noch eine bestimmte Bedeutung. A wie „Alpha“ zum Beispiel bedeutet: „Hier sind Taucher unten“. Zur Warnung für andere vorbeifahrende Schiffe, dass die Abstand halten und nicht wie die Vollidioten vorbeibrettern sollen und eventuell einen auftauchenden Taucher rasieren. Oder N wie „November“ bedeutet: „Nein“.

Früher – als es noch keinen Funk gab – dienten Signalflaggen als Kommunikationsmittel zwischen Flottenverbänden. Heutzutage werden die Flaggenzeichen zum Beispiel in der Sportsegelei bei Regatten gezeigt – wenn zum Beispiel der Start einer Wettfahrt verschoben oder die Strecke verkürzt wird. Aber auch in der Berufsschifffahrt sind Signalflaggen immer noch üblich, wobei zusätzlich zu den Bedeutungen der einzelnen Flaggen verschiedene Kombinationen aus mehreren übereinander gehissten Flaggen spezielle Signale bedeuten. Gut nachlesen könnt Ihr das alles in diesem Artikel zum Flaggenalphabet bei Wikipedia.

Das Funkeralphabet und die zugehörigen Signalflaggen. (Eigene Zusammenstellung nach den freien Grafiken im Wikipedia-Artikel)

Wenn man sich als Teilzeit-Quilterin die Flaggen so anschaut und zusätzlich weiß, dass diese Flaggen in früheren Jahrhunderten nicht gedruckt sondern genäht wurden… dann bemerkt man recht bald, dass diese Flaggen eigentlich recht einfach auch als Patchworkmuster umgesetzt werden können.

Wie in den letzten Sommern haben wir (meine Familie) auch dieses Jahr eine Kindersegelwoche in unserem Segelclub mitbetreut. Mit einer großen und sehr erfreulichen Neuerung: Vor wenigen Wochen hat sich der Club eine edle Lounge-Ecke auf der Veranda zugelegt, auf der es sich sehr gechilled, mit einem kühlen Getränk in der Hand, den Kindern beim Opti (Optimist) Segeln zuschauen lässt. Oder einfach des Abends auf den stillen See hinausschauen. Herrlich!

Gemütliche Lounge-Ecke mit Kissen. Die Vorderseite liest sich „N-C-A“

Mit Ausblick: Optis Segeln

So eine Sofa-Ecke braucht natürlich unbedingt weitere gemütliche Kissen. So kam eines zum anderen und ich habe ratz-fatz ein paar Kissen genäht. Ich hatte ein paar überflüssige Inletts vorrätig, je 50×50 cm (oder 20 inch mal 20 inch) groß, die genau geeignet waren. Den Stoff hatte ich ausnahmsweise mal nicht im Vorrat sondern extra gekauft. Jeweils in einer Seitennaht gibt es einen Reißverschluss, damit man die Kissenbezüge abnehmen und waschen kann. Die Rückseite ist einheitlich rot-weiß gestaltet. Auf der Vorderseite liest sich das: N – C – A („rein zufällig“  der Name unseres Segelclubs 😉 ); auf der Rückseite: H – H – H (ohne besonderen Grund; einfach nur weil auf der Vorderseite so wenig roter Stoff vorkommt).

Die Rückseite liest sich „H – H – H“

Weitere Ideen zum Thema Flaggenalphabet Quilten spuken schon in meinem Kopf herum, die Möglichkeiten sind echt vielfältig: In klein kann ich mir die auch sehr gut als MugRugs oder Coasters (Untersetzer für Gläser) vorstellen; in größer als Taschen (Einkaufstaschen) oder eben Kissen; in noch größer als Patchworkdecke. Daran hat sicher auch schon jemand vor mir gedacht.

Jedenfalls wird die Lounge-Ecke im Club sehr geschätzt, nicht nur von mir. Ich bin schon gespannt, ob jemand von den Segler/innen-Kolleg/innen das Flaggenalphabet so gut kennt, dass er/sie die versteckte Botschaft (den Clubnamen) auf den Kissen entdeckt. 😀

Das ist drin

Schnitt/Muster: selbst entworfen nach den Grafiken
Material: Canvas 100% Baumwolle, je ca. 60 cm x 140 cm gekauft im Stoffland, Graz; Endlosreißverschluss von Snaply; Polster-Inletts 50×50 cm von Ikea
Kosten: Stoff ca. 22,- Euro; Reißverschlüsse ca. 3,- Euro; Polster-Inletts waren vorrätig
Werkzeug: Overlock, Nähmaschine
Arbeitszeit: ca. 3 Stunden
Fazit: Nerdiges für Segler/innen.

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6 comments

  • Kenn ich! Mein Vater ist Flieger. Nach wie vor leibe ich es am Flughafen zu stehen und in einem fort zu brabbeln: Oskar-Echo-Uniform-Foxtrott-Charlie, Delta- India,… 🙂 sorgt IMMER für Erstaunen bei den Umstehenden!

    • Hah, auch Du! Ja, gell, damit kann man schön angeben. 😉 Bei uns ist es ein Lieblingsspiel von der Tochter geworden, unterwegs alles Mögliche, was so im öffentlichen Raum angeschrieben steht, runterzubuchstabieren. Dabei ist sie meistens schneller als ich… lg, Gabi

  • Tolle Idee, gerade für diese Umgebung!
    Klar dass du dort textilgestalterisch eingreifen wolltest!
    (Ich musste bei Flaggen ja gleich an die BigBangTheory und Sheldons fun with flags denken.
    So hat jeder seinen anderen nerdigen Hintergrund 🙂

    • Schon wieder „Big Bang Theory“… Viele Bekannte haben mich schon darauf hingewiesen, dass diese Serie mir mit Sicherheit sehr gut gefallen würde. Aber ich meide sie (noch) wie der Teufel das Weihwasser, weil ich befürchte, dass sie mir gefällt. Und weil das ganz, ganz viel Zeit vor dem Fernsehen bedeuten würde. Ach verdammt, du machst mich neugierig! lg, Gabi

  • Oh Gabi, die sind wunderschön! Grad die klaren nautischen Farben mit dem weißen Hintergrund – das passt da super hin. Und mit der Buchstabenbotschaft ist das echt nerdig.
    Liebe Grüße
    Ines

    • Hihi, gell? Schön nerdig. Ganz abgesehen davon, dass sich die Tochter in letzter Zeit einen Spaß draus macht, das Buchstabieralphabet zu lernen und wir zum Beispiel bei langen, langweiligen Autofahrten zu buchstabieren anfangen. Sehr schön stelle ich mir das auch vor, einen (kurzen) Namen wo drauf zu applizieren. Ich bräuchte eh eine Hülle für meinen neuen Laptop… 😉 lg, Gabi

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