Stoffspielereien im März: Verschlungen

Verschlungen und Verflochten

Bei Schlingen und Flechten fällt mir sofort unser liebstes Familienhobby und beste Urlaubsart ein: Das Segeln. Ich habe ausprobiert, wie man Segelknoten auch textil einsetzen kann, zu den heutigen Stoffspielereien bei Machwerk.

Gürtel und ein Knopf

Als Material für die Experimente habe ich alte, ausgemusterten Leinen von unserer Jolle verwendet. Mit einer alten Gürtelschnalle aus dem Fundus sollte ein Gürtel entstehen.

Knoten_Material

Das Material: Alte Leinen, Gürtelschnallen, Baumwollkordel, Knotenbox

Eine Flecht-Anleitung hatte ich schon vor Längerem bei Soulsamurai gefunden. Dieses Flechtmuster erlaubt es, den Dorn der Schnalle zwischen den Strängen durchzustecken, sodass man auf das Anbringen zusätzlicher Löcher verzichten kann.

Guertel_Leine

Gürtelflechten

Leider sind die alten Leinen zu dick für meine vorhandenen Gürtelschnallen, sodass der fertig geflochtene Gürtel nicht mehr durch die Schnalle passt. Außerdem sind die Leinen sehr steif. Als dekoratives Element, über einer Hemdbluse oder Ähnlichem getragen, kann ich mir so einen ganz groben Gürtel aber durchaus vorstellen, vielleicht sogar ganz ohne Schnalle, dafür mit ein paar Bändern zusammengebunden.

Guertel_Leine_Probe

Als Probe für einen Alltagsgürtel (der auch durch die Gürtelschlaufen an meinen Hosen passt) habe ich noch einen Versuch mit einem Rest brauner Baumwollkordel gestartet. Das Ergebnis gefällt mir sehr gut! Ich muss wohl in den nächsten Tagen ein paar Meter von dieser weichen, biegsamen Kordel kaufen!

Guertel_LeineKordel

Gürtelflechten im Vergleich

Sehr hübsch finde ich auch, wiederum mit einer alten Bootsleine, eine Reihe von Achterknoten hintereinander als Gürtel über einer Bluse:

Guertel_Achterknoten

Eine Reihe Achterknoten

Ein letzter Knoten, diesmal mit einem Jersey-Schal geflochten, ist der sogenannte Japanknoten. Kein eigentlicher Segelknoten, aber sicherlich ein dekorativer Hingucker:

Guertel_Japanknoten

Japanknoten

Mit einer sehr dünnen Leine oder einer Kordel geflochten, kann ich mir schließlich eine „Affenfaust“ sehr gut als einzelnen Knebelknopf zum Beispiel an einer grob gestrickten Jacke vorstellen. Die „Affenfaust“ (Videoanleitung hier) wird normalerweise dazu verwendet, das Ende einer Leine (den „Tampen“) schwerer zu machen, damit die Leine besser fliegt, wenn man sie z.B. zum Ufer werfen muss. Ansonsten ist der Knoten einfach nur zierend und macht was her. (Damit kann man sehr gut andere Leute beeindrucken. 😉 )

Knopf_Affenfaust

Affenfaust

Hier noch einmal die Knoten im Überblick:

Knoten_Uebersicht_beschriftet

Ich hoffe, Ihr hattet einen schönen Ostersonntag! Bei uns war es ein wunderschöner Tag mit strahlender Sonne vom blitzblauen Himmel!

Hinweise

  • Anleitung zum Gürtel flechten bei Soulsamurai
  • Affenfaust: Eine übersichtliche Videoanleitung auf Youtube
  • Achterknoten: Eine Anleitung auf Youtube
  • Unser Klassiker, am Segeltörn immer mit dabei und eine nette Beschäftigung für öde Stunden: Die Knotenbox. 50 Knoten-Klassiker für Freizeit, Sport und Alltag. Moses Verlag. (Haben wir selbst gekauft.)
  • Meine Ideensammlung und Dokumentation zum Thema auf Pinterest:

Stoffspielerei

So, und jetzt bin ich schon total gespannt und neugierig, was sich die anderen Frauen für die Stoffspielereien zum Thema „Verschlungen und Verflochten“ (diesmal zu Gast bei Machwerke) ausgedacht haben! Muss ich gleich mal schauen gehen.

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken gesammelt – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien findet Ihr bei „Siebensachen zum Selbermachen“. Meine Beiträge zu den Stoffspielereien sind hier versammelt.

Der nächste Treffpunkt ist am 24. April 2016 zum Thema „Plissee“ bei Lucy.

22 comments

  • Suschna

    Ha, jetzt müsste man nur Lucys Kordel mit deinem geschlungenen Gürtel kombinieren, alles klar! Ich habe auch einen Segelschein und mache immer Achterknoten zur Sicherung, auch an Kordelenden.
    Den Affenknoten haben ich auch schon als Knöpfe an afrikanischen Gewändern gesehen, den hatte ich mir komplizierter vorgestellt. Danke für all die Anregungen!

    • Richtig! Kordel kombiniert mit Gürtel, welch geniale Idee! Wozu ins Bastelgeschäft laufen um eine Kordel zu kaufen, wenn ich mir die auch selber machen kann? Grandios! Diesen Zusammenhang hatte ich noch nicht gesehen. Ich hab da doch noch so ein Häkelgarn… hmmmm… Muss ich ausprobieren, obwohl ich wahrscheinlich einige Meter Kordel für den Gürtel brauche. Aber dann wäre es so richtig stilecht: Alles selbstgemacht! Und als nächstes drehe ich dann auch noch das Garn aus Baumwolle selbst… 😛 Achterknoten an Kordelenden sind sicher auch sehr hübsch, danke für Deine tollen Anregungen!

  • Der naturfarbene Knotengürtel gefällt mir am Besten. Sieht zur Bluse auf alle Fälle super aus. Auf Pinterest hab ich mal so geknotete Ketten gesehen. Gefallen mir auch sehr gut.
    So, jetzt weiß ich auch, was ich demnächst machen werde: Knotengürtel. Danke für die Inspiration!

    Liebe Grüße, Daniela

  • Eine wirklich schöne Idee den Gürtel zu knoten.
    Tatsächlich habe ich einen ähnlich geknoteten Gürtel bei mir daheim im Schrank…natürlich nicht selbst gemacht.
    Wie du schon schreibst hat dieser keine Gürtelschnalle, sondern nur eine Schlaufe an einem Ende, durch die dann das lose andere Ende gesteckt wird. Eher zur Zierde also, als tatsächlich dazu geeignet ihn als Hosengürtel zu verwenden.
    Den geflochtenen Gürtel mit der Kordel solltest du aber unbedingt noch fertig machen!
    Liebe Grüße
    Charlie

    • Ja, den mit der Kordel geflochtenen Gürtel mache ich unbedingt noch fertig! Das wird ganz flott gehen, sobald ich erst die Kordel besorgt habe. Es stellt sich aber tatsächlich noch die Frage, wie ich dann die der Gürtelschnalle gegenüberliegende „spitze“ Seite gestalten soll, dass es einen schönen Abschluss ergibt. Die englische Anleitung schweigt sich darüber aus. Macht nichts. Kommt Zeit, kommt Gürtel. Liebe Grüße, Gabi

  • Das sind ja richtig maritime Knoten und Zusatzinfos.
    Am interessantesten finde ich die Experimente mit Jersey, dünner könnte man daraus eine interessante Fläche knoten.
    Danke für Deine lieben Kommentare, immer mehr, das ich genäht habe schafft es nicht auf dem Blog, die Zeit geht so schnell dahin, es gibt schon wieder was anderes oder Aktionen.
    LG Ute

    • Servus Ute, fein, dass Du vorbei schaust! Hm… eine Fläche knoten… hm… nachdenk… Das könnte wirklich ganz spannend werden! Aber ja, ich kenne diese Zeitprobleme! Wenn ich werkele, komme ich nicht zum Bloggen, wenn ich blogge, komme ich nicht zum Lesen und Kommentieren bei anderen, wenn ich viel kommentiere, komme ich wieder nicht zum Werkeln… Und die Zeit verfliegt, und mehr als ein Beitrag pro Woche ist häufig nicht drinnen, und einer pro Woche ist mir eigentlich viel zu wenig für all das, was schon fertig darauf wartet, verbloggt zu werden, ganz zu schweigen von den neuen Projekten! Das ginge nur, wenn ich mit Handarbeiten und darüber Bloggen auch mein Geld verdienen würde… Oft zitiert und trotzdem wahr: Der Tag hat einfach zu wenig Stunden! Aber bei den Stoffspielereien sind wir auch beim nächsten Mal wieder dabei, nicht wahr? Liebe Grüße, Gabi

  • Wenn das mal nicht ganz maritim ist. Eine schöne Idee. Und vermutlich würde das Knoten mit einer weicheren Kordel leichter gehen, wobei es dann natürlich nicht mehr ganz so Seefrau-mäßig wäre. Aber ich kann mir auch einen komplett umknoteten Gürtel sehr schön vorstellen. LG mila

    • Danke, Mila! Ja, die braune Kordel ist auch aus Baumwolle und definitiv weicher als die alten, steifen Leinen, da wird demnächst ein Gürtel draus. lg, Gabi

  • Oh ja, der dicke dekorative Endknoten ist sicher total beeindruckend für die Landratten am Steg. Da steht man da und plötzlich fliegt da eine Affenfaust an einem vorbei und wickelt sich um den Poller 🙂
    Auch der Japanknoten hat mächtig viel Potential, so wie bein dir als Gürtel oder als Kette.
    Da hast du eine tolle Sammlung zusammengetragen.
    Vielen Dank für´s Mitmachen!

    • Liebe Griselda, so ein lustiges Bild malst Du da, wie die Affenfaust sich um den Poller wickelt, hihi! 🙂 Dank Dir fürs Sammeln, es ist mir immer wieder eine große Freude, bei den Stoffspielereien dabei zu sein! Daraus sprießt die geballte kreative Energie. lg, Gabi

  • Hallo Gabi,
    du zeigst eine schöne Zusammenfassung der verschiedenen Knoten samt Anwendung, selbst mein Mann als alter Segler schaute sich die Knoten an (die Affenfaust hatte beim ihm einen anderen Namen, ich frage noch nach). Mir gefällt für mich am besten der Gürtel aus der braunen Kordel und die Affenfaust. Diese als Knopf mal zu verwenden verlockt so richtig (aber das passende Projekt habe ich noch nicht). Danke auch für die vielen Links, darauf greife ich gerne zurück.
    Liebe Grüße und schöne Osterferien (?)
    Ines

    • Hallo Ines, Dein Mann ein Segler? Und Du nicht, oder auch? Wo und wie lange segelt ihr? Mit oder auch ohne Kinder? Ich muss zugeben, die „Affenfaust“ könnte man noch ein bisschen schöner knoten, sodass die Stränge ganz parallel nebeneinander und keinesfalls übereinander liegen. Mir gefällt ebenfalls der Gürtel sehr gut, ich werde diese Woche noch Kordel besorgen und dann ergänzen, wie viel Kordel man für eine bestimmte Länge braucht. Ich denke, da geht ganz schön viel drauf, in der Original-Anleitung gab es dazu aber keine Angaben. Für die Affenfaust als Knopf visiere ich ein Sommer-Strickjackenprojekt an. Die Strickanleitung gibt es schon, aber noch keine Wolle dafür. Osterferien? Heute (Dienstag) ist der letzte Tag, an dem die Kinder noch schulfrei haben, ab morgen gehen Schule und Alltag wieder los. lg, Gabi

      • Hallo Gabi, ja, mein Mann ist ein alter Segler, da am Bodensee aufgewachsen und mit allen nötigen Patenten ausgerüstet. Nur hat er in mir einen absoluten Nichtversteher (was Segeln angeht) erwischt. Aber Faltboot fahre ich mit ihm und mittlerweile auch teilweise die Jungs. Er ist auch ein absoluter Fahrradfahrer mangels geeigneter Gewässer…
        Osterferien haben wir noch die komplette Woche – und brauchen sie auch!
        Liebe Grüße
        Ines

        • Na, dann wünsche ich noch eine schöne restliche Ferienwoche (seufz), bei uns geht’s wieder los. Vielleicht treffen wir uns ja diesen Sommer mal am Bodensee? Wir planen eventuell Freunde in Konstanz zu besuchen… lg, Gabi

  • Das ist ein wenig wie Freundschaftsbändchen in riesig, oder? Die Affenfaust, welch verrückter Name, gefällt mir gut und ich kann mir das an vielen Stellen vorstellen. viele Grüße K.

    • Nein, wie Freundschaftsbändchen ist es eigentlich nicht, weil man bei denen ja richtige Knöpfe gemacht hat, je zwei Knöpfe pro zwei Fäden und dann weiter. (Aber witzig, wieder mal Freundschaftsbändchen zu flechten war meine andere Idee.) Der Gürtel ist wirklich nur geflochten bzw. geschlungen. Welche anderen Stellen könntest Du Dir denn noch für die Affenfaust vorstellen? lg, Gabi

  • Das ist ja wirklich verschlungen und verknotet. Sieht ziemlich aufwändig und kompliziert aus. Aber der Effekt ist großartig.
    toll.
    LG Ute

    • Hallo Ute, schön, dass es Dir gefällt. Aufwändig ist nur der Gürtel, wenn man ihn wirklich lang genug flicht, dass er um den Bauch rumgeht. Aber nicht sehr kompliziert. lg, Gabi

  • Hallo Gabi!

    Den Japanknoten finde ich sehr schick, mit dem Tuch gebunden macht das echt was her! Bekommt man das an sich selbst auch hin? Da hat man ja doch einen ganz andere Perspektive…

    lg
    Maria

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