Monats-Motto-Tausch: Nadelkissen

Poppig und pixelig

Im Juni war „Nadelkissen“ das Thema für den Monats-Motto-Tausch, den Nine und Marietta organisieren. Von Sabrina habe ich einen poppigen Nadelbrief erhalten und an Marietta ein pixeliges Nadelkissen verschickt.

Nadelbuch mit Nähmaschinen

Da ich mir gerade vor Kurzem zwei magnetische „Nadelkissen“ zugelegt habe, mit denen ich sehr zufrieden bin, habe ich mir von Sabrina (Bienchen näht) ein Nadelbuch gewünscht. In letzter Zeit habe ich immer mein eines, altes Nadelbüchlein zwischen dem Nähkästchen und der Handarbeitstasche hin- und hergepackt bzw. ständig gesucht. Jetzt kann ich das neue Büchlein mit ein paar Näh- und Sticknadeln befüllen und in Zukunft einfach in meiner Handarbeitstasche lassen – wie schön!

Aber außerdem hat Sabrina ein total nettes, vielfältiges Päckchen für mich geschnürt, in das sie neben dem Nadelbüchlein auch noch eine hübsche Schachtel und einen Stickrahmen mit Anker-Motiv, einige Teesäckchen, eine kleine Flasche Körpermilch, geplottete „Ahoi“-Sticker und kleine Ketten hineingepackt hat. Wow! So viele liebevolle kleine Goodies, ich hab mich sehr gefreut.

Das Nadelbuch besteht aus poppigem Stoff mit Nähmaschinen-Motiven außen und Garnrollen-Motiven innen. Zusätzlich zu den beiden Filz-Einlagen in der Mitte, die die Nadeln aufnehmen können, hat es innen im „Umschlag“ kleine Einstecktaschen. Da kann ich zum Beispiel die Stickschere gut unterbringen, sehr praktisch!

Sehr nett und liebevoll genäht und zusammengestellt, hab herzlichen Dank, Sabrina!

Nadelkissen mit Pixeln

Marietta (h-m&c) hat vor Kurzem beim Taschenspieler 3 sew along teilgenommen und alle ihre tollen Taschen aus dem selben Stoff in kräftigen Farben mit kräftigem Muster genäht. Auch im Fragebogen hatte sie angegeben, dass sie gerne kräftige Farben mag: blau, rot, grün, violett.

Für das Kissen wollte ich schon länger die sew pixel play Technik nach der Anleitung von Easypatchwork ausprobieren. (Wieder mal vorab gesehen bei Ines Nähzimmerplaudereien hier.) Kombiniert habe ich das dann aber mit einem Streifen rundherum, um ein Nadelkissen in Quaderform zu erhalten, wie ich es bei Meike vom rundherumblog gesehen habe.

Die Technik funktioniert ganz ähnlich wie Foundation Paper Piecing: Man zeichnet ein Raster mit 1 inch (ca. 2,5 cm) großen Quadraten auf Papier vor, allerdings am besten auf die Papierseite von Freezer Paper. (Das ist sowas wie Einwickelpapier von der Wurstabteilung, also Papier, das auf einer Seite mit Kunststoff-Folie beschichtet ist.) Da ich kein originales Freezer Paper zur Verfügung hatte, habe ich wirklich ein Blatt aus dem Kaufhaus genommen (allerdings ein wurst- und fettfreies). Dann schneidet man kleine Stoffstückchen (7/8 inch x 7/8 inch) zurecht (dafür habe ich mir eine kleine Schablone aus Karton geschnitten) und bügelt diese auf die beschichtete Seite. Das Raster scheint von der Rückseite etwas durch, dieses braucht man später zum Nähen. Nun näht man zuerst entlang der Linien auf der Rückseite die Spalten entlang, öffnet die Nahtzugaben und bügelt sie auseinander. Dann näht man auf der Rückseite die Zeilen entlang und bügelt ebenfalls die Nahtzugaben auseinander. Die sehr exakten Nähte ergeben sich also ganz automatisch und von allein, ohne dass man was Spezielles machen muss!

Die Anleitung bei Easypatchwork ist zwar auf Englisch, aber gut bebildert, sodass ich glaube, dass man sie auch ohne große Englisch-Kenntnisse gut nacharbeiten kann.

Nadelkissen_06_vonOben

Allerdings hat das Bügeln die Stoffschnipsel nicht besonders gut auf dem Plastik-Papier fixiert. Sie haben sich ständig gelöst und ich musste häufig nachbügeln. Schließlich habe ich ein wenig mit einem Klebestift nachgeholfen. Zum Glück steht in der Anleitung, dass man das Papier einfach drinnen lassen kann und nicht rausfitzeln muss.

Anschließend ist es aber wichtig, dass man das Top begradigt, da es sich beim Nähen doch immer etwas verzieht. In meinem Fall ist das Top 3,5 x 3,5 inch groß geworden. (Ich habe mir letztens ein Patchwork-Lineal mit Inch-Maßen zugelegt.) Dann braucht man noch eine Rückseite (auch die 3,5 x 3,5 inch) und einen Streifen für rundherum (hier 1,5 x 13,5 inch).

Nadelkissen_07_vonUnten

Das Kissen habe ich mit Chinchilla-Sand gefüllt. In der Anleitung steht was von Maisgrieß, aber mit dem Sand kann man das Kissen eventuell auch mal vorsichtig waschen, was mit einer Getreidefüllung eher nicht möglich wäre. Angeblich soll eine Sandfüllung auch gut für die Nadeln sein, die bei jedem Reinstecken etwas geschärft werden sollen.

Ich hatte Angst, dass der Sand ausläuft, daher habe ich die Wendeöffnung nicht mit der Hand sondern mit sehr kleinen Stichen mit der Nähmaschine geschlossen. In ständiger Gefahr, dass der Sand raus- und in die Nähmaschine reinrieselt… (Diese Naht könnte hübscher sein, befindet sich allerdings auf der Unterseite des Kissens und ist daher normalerweise nicht sichtbar…) Falls jemand eine gute Idee hat, wie man das eleganter lösen kann, immer her damit!

Das Kissen ist angenehm fest, angenehm weich, angenehm schwer, angenehm leicht geworden, alles gleichzeitig. Es gefällt mir so gut, ich glaube ich muss noch was für mich selbst in dieser Technik machen! Ines Nähzimmerplaudereien war so lieb und hat mir ein  Stück Freezer Paper von einer Riesen-Rolle zum Ausprobieren geschickt – danke dafür! Manche verwenden Freezer Paper auch als Schablone zum Beispiel zum Sprühen von Textilfarben. Da werde ich ein bisschen experimentieren.

Das ist drin

  • Stoffreste-Schnipsel
  • beschichtetes Papier
  • Chinchilla-Sand

Ich liebe diese Wichtelaktion! Bei Nine und Marietta findet man, was die anderen Mädels im Juni fabriziert haben!

Und wer auf der Suche nach weiteren Ideen für Nadelkissen ist, wird sicher bei Mila fündig, die im Herbst 2015 einen Nadelkissentausch veranstaltet hat, sowie bei der Nadelkissen-Linkparty bei nahtaktiv, wohin ich auch den heutigen Post verlinke. (Super, zu welchen Themen es Linkparties gibt!!!)

Im Juli lautet das Thema des Monats-Motto-Tausches „Utensilo“. Bin schon gespannt, was uns dazu Kreatives einfällt.

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22 comments

  • Da hast du wirklich ein schönes Pächcken bekommen. Immer toll eure Tauschaktionen.
    Dein Nadelkissen finde ich auch sehr schön…die Farben gefallen mir wirklich gut!
    Und wieder hast du eine coole neue Technik vorgestellt! Danke dafür.
    Ach und wegen der Sandfüllung….
    Ich habe mal Türstopper genäht und diesen auch mit Vogelsand gefüllt. Genau wie du hatte ich auch Angst, dass der Sand an der unteren Wendeöffnung herausrieseln könnte, also habe ich nach dem Sand noch einen „Wattepfropfen“ in die Öffnung gestopft…also als Korken sozusagen. Die Öffnung habe ich dann mit der Hand verschlossen…und da rieselt nix – also garnix – raus.
    Der Zusätzliche Vorteil war auch, dass man den Stoff beim Zusammennähen mit der Watte besser zusammendrücken konnte.
    Ob es so auch für dein Nadelkissen funktioniert hätte weiß ich nicht, aber für den Türstopper hat es gepasst 😉
    Liebe Grüße
    Charlie

    • Danke Charlie für den Tipp mit dem Wattepfropfen! Klingt plausibel, das probiere ich beim nächsten Nadelkissen aus. Liebe Grüße, Gabi

  • Oh da hast du dich aber ganz schön reingehängt. Dein Nadelkissen ist ein Traum. Und schön das dir dein Nadelbuch gefällt.
    LG Rebecca

  • Hi Gabi,

    schön, dass Du Dich an das Nadelkissen gewagt hast. Die Quaderform ist wirklich toll und Dein Patchworkmuster passt sehr gut.

    Ich habe gerade gestern wieder darüber nachgedacht, ob ich nicht ein Tutorial zum Schließen von Wendeöffnungen machen sollte. Sowas macht man von Hand mit einem feinen Leiterstich. Ich denke, dass ich das Tutorial mal schreiben werde, weil auch andere damit Schwierigkeiten haben. Wenn Du innen etwas Padding steckst, dann rieselt anschließend auch nichts raus.

    LG Mareike

    • Hallo Mareike, ja, mach das doch, schreib so ein Tutorial! Ich schließe Wendeöffnungen normalerweise eh mit der Hand, mit einem Leiterstich, aber es war mir hier, wo ich ganz, ganz feinen Sand verwendet habe, einfach zu heikel. Schönere wäre es jedenfalls gewesen. Vielleicht mache ich noch ein Kissen und traue mich dann drüber. Ich würde gerne sehen, wie du das machst. Liebe Grüße, Gabi

      • Ich lach mich schlapp: Ich wollte natürlich Badding schreiben, nicht Padding.
        Ich hab die Wendeöffung übrigens in der Seitenwand und nicht unten drunter. Da ist dann auch ein ganz andrer Druck drauf.

        LG Mareike

        • Oh, ah, das fällt mir erst jetzt auf. Ich hab mich nur ein bisschen gewundert, aber jetzt nachgeschlagen im Online-Wörterbuch: Eigentlich müsste es sogar „batting“ heißen, wenn Du die Füllung im Quilt-Sandwich meinst, nicht „badding“. Soll ich’s ausbessern? 😉 lg, Gabi

  • liebe gabi,
    das nadelkissen das du verwichtelt hast ist ja wirklich ein traum. so bunt, passend, exakt und pixelig. bin beeindruckt.
    ich werd mich wohl beizeiten auch mal an dieser technik versuchen. pixel mag ich.
    und wie schön, das du auch so ein cooles päckchen bekommen hast!
    liebe grüße
    lisa*

    • Hallo lisa*, schön dass Du wieder mal vorbeischaust – und danke für Deinen netten Kommentar! (Ich muss mich echt bei der Nase nehmen – ich hab schon viel zu lange nicht mehr bei den anderen Monats-Motto-Tausch Teilnehmerinnen vorbeigeschaut… Danke fürs indirekt Stupsen!) Ich liiiiiebe Pixel! Wenn man anfängt, Muster in Pixel zu denken, kann man so viele verschiedene Techniken darauf anwenden. Oder – umgekehrt – Strickmuster auch in Bügelperlen denken, oder Kreuzstich als Patchwork oder, oder, oder. Pixel kommen mir vor wie eine universelle Sprache zum Übersetzen. Außerdem liegt dieses Exakt-Gerade meinem Wesen sehr… (Selbsterkenntnis.) Sonnige Grüße, Gabi

  • Hey Gabi,
    da hast Du ja wirklich ein hübsches Päckchen bekommen und total viel Arbeit in Dein Nadelkissen investiert!
    Richtig super!
    GLG
    Nicole

  • das ist ja mal eine coole Technik!! — aber warum kann man da nicht einfach ganz dünne Vlieseline nehmen??

    LG Agnes

    • Ja, warum eigentlich nicht? „Wieso einfach, wenn’s kompliziert auch geht?“ lautet einer der Lieblingssprüche meiner Großmutter. 😉 Weil die Leute (mich eingeschlossen) manchmal lieber um die Ecke denken anstatt geradeaus. Ines Nähzimmerplaudereien hat ja in ihrem Kommentar von „Quilter’s Grid“ geschrieben, das ist ein Vlies, auf dem die inch-Einteilung bereits vorgedruckt ist. Selbst eine Einteilung auf gut klebendes Vlies zu zeichnen würde aber denselben Zweck erfüllen, da stimme ich dir ganz einfach zu… Danke für Deinen Kommentar! Gabi

  • Schön, den Entstehungsprozess des Nadelkissens zu lesen. Ich erinnere mich nur noch mit Schaudern an meines. Ich habe mich echt geplagt. Nachdem ich mir nun „Quilters Grid“ im Urlaub gekauft habe, werde ich das mal ausprobieren. Ich hoffe, da halten die Stoffschnipsel besser.
    Das Plus-Muster sieht einfach immer gut aus, mir schwebt das seit geraumer Zeit für einen großen Quilt vor – doch woher all die Zeit nehmen.
    Verschlussideen: 1. vorab per Hand schließen und dann mit der Maschine oder 2. beim Zusammennähen eine extra Öffnung lassen (also nicht die Wendeöffnung zum Füllen verwenden), die nur ca. 2 cm groß ist, damit ein Trichter reinpasst und die dann von Hand schließen.
    Gute Ideen fürs Utensilo!
    Liebe Grüße
    Ines

    • Liebe Ines, auch Dir gute Ideen fürs Utensilo! Ich freu mich, dass Du ab Juli in der Tauschrunde mit dabei bist! Danke auch für die Verschlussideen – ich werde es mal ausprobieren. Aber immer eines nach dem anderen. Liebe Grüße, Gabi

  • Warum nur gibt es soooo viele Techniken und Ideen und Projekte und Dinge, die man unbedingt ausprobieren möchte – und so wenig Zeit?

    Das sieht wiedermal so toll aus, finde ich voll lieb, dass du bei der Technik an mich gedacht hast! <3

    Glg
    Claudia

    • Klar denk ich bei sowas an Dich, liebe Claudia! Bezüglich Ideen und Zeit weißt eh: Ein Schritt, ein Atemzug, ein Besenstrich. (Straßenkehrer Beppo aus Momo.) 😉 Liebste Grüße, Gabi

  • Hallo Gabi,
    da hast du ein tolles Päckchen bekommen. 🙂
    Super, dass dein neues Nadelheftchen gleich einen festen Platz in der Handarbeitstasche erhält.
    Mein Kissen gefällt mir total gut. Durch den Sand ist es schön schwer und die Naht auf der Rückseite stört mich nicht.
    Die Technik klingt relativ einfach, wenn man sich nicht allzu blöd anstellt. Vielleicht sollte man das ganze nicht unbedingt abends um 23 Uhr ausprobieren, aber getestet wird das ganz bestimmt mal. Da lassen sich bestimmt richtige Bilder mit umsetzen. Wobei es bei mir wohl erstmal ein kleines Projekt werden wird.
    Also, auch an dieser Stelle vielen Dank für das tolle Nadelkissen und ich freue mich, dass dir die Aktion so einen Spaß macht. 🙂
    Lieben Gruß
    Marietta

    • Hallo Marietta, ich freu mich, dass Dir das Kissen gefällt. Die Technik ist wirklich nicht schwer, nur hat das Bügeln hat die Stoffstückchen leider überhaupt nicht so gut fixiert wie ich dachte. Schon Ines Nähzimmerplaudereien hat bei ihrem Nadelkissen ziemlich dabei geflucht. Inzwischen denke ich, dass es genauso gut (wenn nicht besser) gehen müsste, wenn man die Stoff-Fitzelchen einfach mit einem Klebestift auf normalem Papier fixiert. Wenn das Papier drinnen bleiben darf, ist es ja egal, wie fest die Fitzel am Papier kleben. Ein bisschen fitzelig ist es trotzdem, aber ich mag ja sowas… 😉 Bei Dunkelheit und Müdigkeit würde ich es vielleicht auch nicht unbedingt zum ersten Mal ausprobieren, außer man hat ein extrem gelassenes Gemüt. Richtig: Mit den Pixeln kann man alle möglichen Muster oder auch Bildern zaubern – hah! Du bringst mich gerade auf eine nächste Idee… Schön, dass Du unseren Tausch organisierst, hab herzlichen Dank dafür! Liebe Grüße, Gabi

  • Ich finde beide Nadelkissen super! Das Briefchen sieht wirklich allerliebst aus und dein Pixelkissen: Wow! Ich bin begeistert und finde, die Pixel sind dir gut gelungen. Das wird viel Freude bereitet haben.
    Lg. Susanne

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