Halloween

Dementoren-Alarm!

Heute ist der Sohn zum ersten Mal zu einer Halloween-Party eingeladen. Dafür braucht er natürlich ein Kostüm – von der Mama selbst entworfen und genäht.

Dementoren sind die fiesen dunklen Gestalten aus Harry Potter, die im dritten Band („The prisoner of Azkaban“) ihren ersten Auftritt haben. Sie saugen alle schönen und guten Gedanken aus den Menschen heraus. Nur zur Sicherheit: Der Sohn ist ein gaaaanz, ganz lieber Teenager, nur zu Halloween wollte er ausnahmsweise mal den Schrecken raushängen lassen.

Wie das Kostüm entstand

Am Beginn steht die Internet-Recherche. Inspiriert hat uns dieses Bild:

Nach der Recherche kommt eine Skizze. Meine Skizzen sind immer ganz besonders künstlerisch wertvoll. (War’n Scherz. *hüstel*) Die Skizze hilft mir dabei, mir darüber klar zu werden, aus welchen Teilen das Kostüm bestehen soll und aus welchen Materialien die Teile beschaffen sein sollen. Die Skizze brauche ich auch um zu bestimmen, wie viel Stoff wir benötigen werden. In diesem Fall haben wir beim Zeichnen festgestellt, dass der feine, fließende Oberstoff eine festere Unterlage gebrauchen könnte, es also günstig wäre, den Oberstoff auf einer Jacke oder auf einem Mantel zu befestigen. Gut, dass der Sohn einen schwarzen Frottee-Bademantel besitzt! Die ideale Unterlage.

benötigtes Material:

  • 1 schwarzer Bademantel oder eine geeignete dunkle Jacke als Unterlage
  • 480 cm grauer Chiffon, Stoffbreite 140 cm (für Größe ca. 172 cm)
  • eventuell Knöpfe, ansonsten Sicherheitsnadeln zum Schließen des Bademantels
  • eine gute Stoffschere
  • Stecknadeln
  • Nähmaschine
  • ein Plan – Kostüm-Skizze.pdf, Schnittmuster-Skizze

Zum Zuschneiden mussten wir auf den Fußboden ausweichen, weil das glatte, große Chiffon-Stoffstück andauern vom Tisch runtergerutscht ist. Für den „Schleier“ brauchten wir ein kreisförmiges Stück. Dafür haben wir den alten Trick angewendet, einen Stift an einer Schnur als Zirkel zu verwenden. Das kennt Ihr sicher: Man schneidet ein Stück Schnur zu, etwas länger als der gewünschte Radius. An einer Seite bindet man einen Stift fest, das andere Ende hält man dort auf den Stoff, wo die Kreismitte sein soll. Dann führt man den Stift im Kreis.

Dann haben wir in Ermangelung einer Schneiderpuppe (und vor allem einer Schneiderpuppe mit Armen!) den Sohn in den Bademantel gehüllt und die dunkelgrauen Chiffonteile mit Stecknadeln provisorisch am Bademantel festgesteckt. Jetzt die Länge kürzen auf knappp über den Boden, damit das Kind nicht über herunterhängenden Stoff-Ecken stolpert. Danach die Schulternähte, die Seitennähte und die vordere und hintere Naht des Überwurfes mit einfachem Geradstich auf der Nähmaschine zusammennähen. (Geht auch per Hand, dann dauert’s halt länger.)

Da wir den Bademantel später wieder als Bademantel verwenden wollen, habe ich dann den Mantel, die Ärmel und den „Schleier“ jeweils mit ein paar kleinen Stichen, die sich leicht wieder entfernen lassen, am Bademantel angenäht. Toll am Bademantel als Unterlage ist auch, dass der dicke Frotteestoff ziemlich warm ist. Mit einem schwarzen Langarm-T-Shirt einem schwarzen Hoodie und einer schwarzen Jogginghose drunter sollte dem Sohn auch beim Herumlaufen draußen im Freien am Abend nicht zu kalt werden.

Schließlich hat der Sohn wieder Schneiderpuppe gespielt, und ich habe jeweils die unteren Ränder der Ärmel, des Schleiers und des Überwurfes unregelmäßig eingeschnitten und ausgefranst. Der Musselin wabert beim Laufen wunderschön in der Zugluft. Es sieht wirklich so aus, wie wir uns das vorgestellt haben! Fein.

Bei der Umsetzung haben wir einige Ideen vom ursprünglichen Entwurf weggelassen, aus Zeitmangel oder weil sie uns doch nicht gefallen haben. Ich dachte zunächst, mit einer alten Feinstrumpfhose über dem Kopf würden die Gesichtszüge (auf „Bankräuber-Art“) besser verwischt aber der Sohn hat sich geweigert, eine Strumpfhose aufzusetzen. Auch einen „Brustpanzer“, auf dem die Rippen angedeutet wären, haben wir verworfen. Die Idee war, auf einem festen schwarzen Stoff Stücke eines alten Gartenschlauches zu befestigen, und das Gebilde dann nochmals mit schwarzem Stoff zu überziehen. Fürs Krallenfinger-Basteln hätten wir hier eine interessante wenn auch einigermaßen komplizierte Idee gesehen. Für die gute Wirkung des Kostüms ist das aber alles nicht nötig.

Fazit

Für zwei Abende mit insgesamt nur ca. zwei Stunden Aufwand (Stoff einkaufen nicht mitgerechnet) ist das ein feines, ziemlich schnelles, aber ausbaufähiges Kostüm.

Dementoren vertreibt man mit dem Zauberspruch „Expecto Patronum!“ Da kann ich nur hoffen, dass die Leute, denen der Sohn heute Abend begegnet, fleißig ihre Zaubersprüche geübt haben. Und alle Muggles können einem Leid tun… 😉

Edit: Die Halloween-Gesellschaft

Der Sohn (ganz rechts) hat sich schließlich noch die Hände geschminkt, um sie skeletthafter wirken zu lassen, wie cool. 6 Kinder – 6 Kilo Süßigkeiten eingesammelt… Ich weiß schon, warum das Fest hierzulande bei den Kindern und Jugendlichen immer beliebter wird!

2015-Halloweenparty(Veröffentlicht mit dem Einverständnis aller Abgebildeten und deren Eltern.)

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4 comments

  • Ein echt tolles Kostüm! Da war dein Sohn bestimmt ein Held…Moment, das war ja eher Harry…also jedenfalls war er der Hit auf der Halloween Party! Deine Zusatzideen sind auch klasse. Ein Gartenschlauch als Rippen…auf die Idee muss man erst mal kommen! Toll!
    Liebe Grüße
    Charlie

    • Oh dank Dir, liebe Charlie! Und er war tatsächlich der Hit auf der Party, wir haben viel Lob von den anderen Jugendlichen und Eltern eingeheimst 🙂 Das freut natürlich!

  • Aaaaaaaaaaah! Expecto Patronum!!! ;D
    Sehr coole Idee. Ich hoffe, du triffst auf ein paar geübte Zauberer und kannst dir ein gutes Duell liefern 😉
    Liebe Grüße und happy Halloween!
    Natalie

    • Hallo Natalie, ich werd’s meinem Dementor ausrichten. (Diese neumodischen Dementoren, mit Handies ausgestatteten Dementoren…) 😉 Und ein gruseliges Happy Halloween zurück! lg, Gabi

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